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Rot Weiss Ahlen

Erfolgsgeschichte geht weiter

Franz Prinz

Ahlen. Die Erfolgsserie von Rot-Weiß Ahlen hält an und begeistert immer mehr Fans. Fast 4000 wollten Pfingstsamstag die Partie gegen Kickers Emden und die Ahlener gewinnen sehen. Und sie wurden Zeuge des siebten Ahlener Heimspielerfolges in Folge (Rekord aus der ersten Zweitliga-Spielzeit eingestellt) dank zweier in der Anfangsphase toll herausgespielter Tore von Grover Gibson (3. und 13. Minute) und können jetzt anfangen, ernsthaft über den Aufstieg in die Zweite Bundesliga nachzudenken, obwohl die Spieler weiterhin hiervon nicht reden wollen: „Auch wenn uns einige für verrückt erklären, wir bleiben dabei und denken von Spiel zu Spiel. Jetzt wollen wir natürlich auch in Wolfsburg gewinnen, und danach wird man weitersehen“, hält Kapitän Lars Toborg (Daniel Thioune war verletzt ausgefallen) den Ball flach. „Wir freuen uns riesig, die Dritte Liga erreicht zu haben, alles was jetzt noch kommt, ist Zubrot.“

Ahlens Torjäger ging zwar leer aus, freute sich jedoch über das „coole Spiel unserer Mannschaft, nachdem Emden den Spielbetrieb eingestellt hatte“. Dies geschah in der 27. Minute. Thorsten Nehrbauer sah nach einem brutalen Foul gegen Philipp Heithölter die Rote Karte, seine Mannschaft, fortan nur noch auf Schadensbegrenzung bedacht, zog sich bis zur Mittellinie zurück und griff die Ahlener in deren Strafraum gar nicht mehr an. „Wir wollten hier nicht untergehen und hatten irgendwie die Hoffnung, dass mit einem Glücksschuss und einem Standard vielleicht noch etwas geht“, begründete Gäste-Coach Stefan Emmerling diese ungewöhnliche Maßnahme.

Die Ahlener, bis dahin bärenstark, taten sich, wie schon mehrmals in dieser Saison zu beobachten, in Überzahl schwer, spielten allerdings taktisch geschickt, indem sie nicht ihr Heil nach vorne suchten, sondern den Ball lange in den eigenen Reihen hielten. Zwar nicht unbedingt ansehnlich für ihre Fans, aber die richtige Maßnahme. „Wir können nicht immer Hurra-Fußball spielen, sondern müssen auch mal clever agieren, und das haben wir heute getan“, bat Lars Toborg deshalb bei den Fans auch um Verständnis für das Ahlener Spiel nach der Pause, in der alle einen Gang zurückgeschaltet hatten. Wohl auch, weil die Beine vieler Ahlener im Laufe der Partie immer schwerer wurden. „Das stimmt, es war aber auch bei hochsommerlichen Temperaturen das zweite Spiel innerhalb von vier Tagen, da muss man dann halt mal Kräfte sparen und als Spitzenreiter so ein Spiel sicher nach Hause bringen. Das haben wir getan“, gab Toborg zu, ziemlich platt gewesen zu sein.

Lob deshalb für seine Kollegen: „Das zeichnet uns doch aus, denn Kevin Großkreutz und ich hatten heute nach vorne nicht so viel Akzente, haben dafür aber in Dortmund viele Meter gemacht. Für uns sind heute dann halt andere wie zum Beispiel der Grover in die Bresche gesprungen.“

Und wie: Dritte Minute: Schöner Flügellauf von Sven Schaffrath, der den verletzten Ronald Maul nahtlos ersetzte, Musterflanke auf Kevin Großkreutz, der Grover Gibson bedient, dessen Direktabnahme RW in Führung bringt. Noch besser das zweite Tor des US-Boys in der 13. Minute: Erst tunnelt er auf der rechten Seite in Strafraumhöhe Jasmin Spahic, setzt sich anschließend auch gegen Bernd Gerd Rauw durch und zirkelt den Ball mit links unhaltbar in die lange Ecke. Fast wäre ihm sogar noch ein Hattrick gelungen, doch nach Toborgs Pass in den freien Raum zieht er knapp über das Tor.

Nach der Pause folgten noch Chancen für Heithölter und Bäumer, die per Freistoß scheiterten sowie Martin Stahlberg, der leider den freistehenden Lars Toborg übersah und es vergeblich selbst versuchte. Anschließend gab es dann aber nur noch rot-weißen Freudentaumel und kollektives Aufatmen, dieses Heimspiel gewonnen zu haben und somit auch im 14. Spiel in Folge ohne Niederlage zu sein.

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