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Erika Steinbach wiedergewählt: Zukunft verspielt

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Die Wiederwahl von Erika Steinbach war so eindeutig, dass die hypothetische Frage erlaubt sei: Was wäre der Bund der Vertriebenen ohne seine langjährige Präsidentin? Zwei Antworten sind denkbar.

Variante 1: Der BdV hätte ohne Steinbach längst noch stärker an gesellschaftlicher Bedeutung verloren, als dies ohnehin der Fall ist. Steinbach hat dem BdV und dem Anliegen der Vertriebenen Aufmerksamkeit verschafft. Und es kann schließlich keinen Zweifel daran geben, dass das über Jahrzehnte hinweg viel zu wenig gewürdigte Leid von Millionen Menschen öffentliche Anteilnahme verdient. Ohne Steinbach, so ließe sich mutmaßen, hätte sich der BdV längst überlebt.

Variante 2: Denkbar wäre aber auch, dass der Bund der Vertriebenen ohne die Reizfigur Steinbach inzwischen gesellschaftlich viel stärker verankert wäre. Die Tatsache, dass das Leid der Deutschen kein Leid zweiter Klasse ist, ist ja mittlerweile weithin anerkannt.

Für Gedankenspiele dieser Art scheint es nun zu spät zu sein. Erika Steinbach hat den richtigen Zeitpunkt verpasst, den Vertriebenenverband aus der Welt der ewigen Rückschau in die Welt der Gegenwart zu führen. Das Mittel dazu hätte das „Sichtbare Zeichen“ sein können. Steinbach hätte nur mutig einige Schritte auf ihre Widersacher zugehen müssen. Stattdessen hat sie sich für die Konfrontation entschieden.

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