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Landtagswahl NRW 2010

Erstmals haben die Wähler zwei Stimmen

Frank Polke

Münster - Am Sonntag haben die Wähler erstmals zwei Stimmen. Mit der Erststimme wählt man seinen Kandidatin oder seinen Kandidaten aus den jeweiligen Wahlkreisen. Der direkt gewählte Kandidat, dem ein Wähler seine Stimme gibt, muss nicht derselben Partei angehören, die er mit seiner Zweitstimme wählt.

Auf ein sogenanntes Stimmensplitting - wie bei der Bundestagswahl - hoffen vor allem SPD und FDP. Die Liberalen werben gerade im Schlussspurt des Wahlkampfes um möglichst viele Zweitstimmen auch von CDU-Wählern, um so die CDU-FDP-Koalition in Düsseldorf fortsetzen zu können. Die Liberalen waren es auch, die die Wahlrechtsänderung 2005 gesetzlich durchgesetzt haben. Doch es geht auch anders herum: In einigen Wahlkreisen wirbt die SPD bei Grünen-Wählern um die Erststimmen, um diese engen Wahlbezirke gegen die CDU-Konkurrenten zu gewinnen.

Die Einführung der Zweitstimme wird sich auch auf die Größe des Landtages auswirken. 128 Abgeordnete ziehen als direkt gewählte Wahlkreisabgeordnete in das Parlament, mindestens 53 weitere Parlamentarier werden über die Landeslisten der Parteien nach Düsseldorf einziehen. Anders als bei der Bundestagswahl werden mögliche Überhangmandate sich aber nicht auf die politischen Mehrheitsverhältnisse im Landtag auswirken. Denn diese Mandate werden ausgeglichen, sodass der neue Landtag mehr als 181 Abgeordnete umfassen könnte. Überhangmandate entstehen dann, wenn eine Partei mehr Direktsitze gewinnt, als ihr nach dem Zweitstimmenanteil zustehen.

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