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Erstsemester stürmen die Universitäten

H. Riemenschneider

Düsseldorf/Münster - Die Zahl der Erstsemester steigt trotz Studiengebühren deutlich an. Die Universität Münster nimmt zum Wintersemester voraussichtlich sogar die Rekordzahl von 4850 Studienanfängern auf - das sind 793 (19,5 Prozent) mehr als noch vor einem Jahr. Weitere 1761 neue Studierende haben sich an der Fachhochschule Münster eingeschrieben (plus 4,2 Prozent). Landesweit beginnen 84 400 Erstsemester die Ausbildung an den Unis und Fachhochschulen, das ist ein Plus von 6800 (8,0 Prozent).

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze wertete diese Zahlen als Beleg für den attraktiven Hochschulstandort NRW mit nun 518 800 Studierenden. Dennoch zeigte sie sich bei der Vorstellung der Zahlen gestern besorgt darüber, dass nur etwa 30 Prozent der Schüler mit Abitur oder Fachhochschulreife ein Studium beginnen. Mit dieser sogenannten Übergangsquote stehe NRW im Vergleich schlecht da. Der bundesweite Schnitt liegt bei 36 Prozent. „Der zögerliche Übergang von der Schule zum Studium ist unsere Achillesferse“, so die SPD-Ministerin. Mit Blick auf den Fachkräftemangel und die demografische Entwicklung „brauchen wir aber alle Begabungen“.

Die Landesregierung will darum erreichen, dass mehr Schulabgänger ein Studium abschließen. Schulze verwies auf den Bildungsbericht der Bundesregierung: „Die Angst vor Schulden ist der Hauptgrund für Abiturienten, kein Studium aufzunehmen.“ Die geplante Abschaffung der Studiengebühren zum Wintersemester 2011/2012 solle diese Hürde ausräumen. Schulze betonte, die als Ersatz vorgesehenen 249 Millionen Euro aus Landesmitteln „werden im Gesetz als Mindestsumme festgeschrieben“. Eine Mehrheit dafür hat die rot-grüne Minderheitsregierung jedoch noch nicht sicher. Die Linke besteht weiterhin auf ein Ende der Studiengebühren schon zum Sommersemester 2011.

Derweil ist die Bafög-Erhöhung um zwei Prozent nahezu perfekt. Im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat herrschte gestern nach Angaben aus der CDU Konsens, dass die Anhebung rückwirkend zum 1. Oktober kommen soll. Ein formaler Beschluss wurde jedoch noch nicht gefasst - zuvor wollen die Unionsländer die Gegenfinanzierungsvorschläge des Bundes überprüfen.

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