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„Es gibt so viel aufzuholen“

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Münster. Philipp Stüer quittiert den Dienst, der 31 Jahre alte Münsteraner hat einen Schlussstrich unter seine aktive Karriere gesetzt. Mit Stüer sprach unser Redaktionsmitglied Alexander Heflik.

Ist mit dem heutigen Tag Ihre Ruder-Karriere beendet?

Stüer: Ja. Unser Achter hat das Training eingestellt.

Es gibt kein Zurück?

Stüer: International auf keinen Fall. Ich schließe nicht aus, dass ich irgendwann wieder ins Ruderboot steige. Aber jetzt brauche ich Abstand.

Wie geht es weiter?

Stüer: Ich konzentriere mich jetzt auf die Diplomarbeit meines Maschinenbaustudiums. und mein berufliches Standbein. Zuletzt habe ich den schwersten Klops des Studiums abgearbeitet und die Prüfung in Strömungsmechanik bestanden. Das war ein Befreiungsschlag.

Unglückliches Karriereende im Sport und Examen an der Universität. Wie ging das zusammen?

Stüer: Mental war das extrem schwer zu verarbeiten. Jetzt aber ist das mit dem Sport geklärt. Mit meinem Professor werde ich Weiteres absprechen. Möglicherweise gehe ich ins Ausland, um meine Diplomarbeit zu schreiben. In Mobile/Alabama baut Thyssen-Krupp für 3,1 Milliarden Euro ein neues Stahlwerk, das könnte mein Thema sein. Es geht um Fertigungs-Optimierung.

Optimierung könnte auch der deutsche Ruderverband gebrauchen. Können Sie sich irgendwann mal eine Arbeit im Verband vorstellen?

Stüer: Man sollte niemals nie sagen.

Haben Sie keine Angst vor der Zukunft?

Stüer: Meine Freundin Nicole Zimmermann ist nach Posen zum Weltcup aufgebrochen. Ich bleibe aus bekannten Gründen daheim, der von uns erhoffte direkte Vergleich mit dem neuen Achter findet nicht statt. Aber Langeweile gibt es keine, ich habe genug mit dem Studium zu tun. Zuletzt konnte ich auch erstmals bei der Hochzeit eines früheren Klassenkameraden dabei sein, was sonst wegen des Ruderns nicht möglich war. Es gibt so viel aufzuholen.

Und dann läuft ja auch noch die Fußball-EM. Wer holt den Titel?

Stüer: Im Moment müsste ich Holland sagen.

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