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Neue CDU-Spendenaffäre?

Es rächt sich zur Unzeit

wn

Für Jürgen Rüttgers und seine CDU kommt es knüppeldick.

Die offensichtlich verdeckte Finanzierung einer angeblich unabhängigen Wählerinitiative vor fünf Jahren kommt natürlich nicht von ungefähr unmittelbar vor dem sonntäglichen Wahltermin ans Tageslicht - da dürfte es interessengeleitete „Zufälle“ geben. Das alles darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass in der Parteizentrale in Düsseldorf über viele Jahre hinweg entweder juristisch Ungebildete in großer Blauäugigkeit oder aber juristisch Findige mit dem Hang zu Unkorrektheiten ihr Geld verdient haben. Wie auch immer - das zu dulden bzw. nicht zu wissen ist grob fahrlässig und rächt sich für den Parteivorsitzenden nun zur Unzeit.

Der neue CDU-Generalsekretär Andreas Krautscheid ist natürlich gut beraten, die Aufklärungsarbeit offensiv zu begleiten und voranzutreiben. Mit der Kompliziertheit des Parteienfinanzierungsrechts mag man das eine oder andere vielleicht erklären können - entschuldbar sind Verfehlungen damit allerdings nur schwerlich.

Dass der politische Gegner 150 Stunden vor Öffnung der Wahllokale mit wuchtigem Vokabular Kapital aus der mutmaßlichen Parteispendenaffäre zu schlagen versucht, gehört zum politischen Geschäft. Ob es am Tag der Entscheidung wirklich Wählerstimmen kostet, das steht vorerst noch auf einem ganz anderen Blatt.

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