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IVZ-Lokalfenster - Tecklenburger Land

„Es war wie ein Wunder für mich“

wn

Von Norbert Hecker

Recke. „Ich hätte nie gedacht, dass so viele Leute für mein Bistum arbeiten“ – Bischof Castor Paul Msemwa ist die Rührung in der Stimme anzumerken, als er nach mehr als zwei Wochen Bilanz zieht. „So viel Arbeit. Und alles für uns“, fügt er tief bewegt hinzu. „Es ist für mich wie ein Wunder.“ Die Schüler, die zur Übergabe des Schecks in die Halle gekommen sind, klatschen frenetischen Beifall.

Gleich zwei Mal musste Bischof Castor am Freitagmorgen den Scheck mit dem Erlös des Basars in der großen Halle der Fürstenberg-Schule entgegennehmen. Es gibt keinen Raum, der die große Zahl der Schüler fassen würde. Zuerst füllen 960 Schüler der Klassen 5 bis 8 der Realschule und des Gymnasiums die Aula. Ein Raunen geht durch die dicht gedrängt stehende Menge, als Jürgen Meyring die Höhe des Erlöses bekannt gibt: Mit der Riesensumme von 26 000 Euro hatte eigentlich niemand gerechnet. Auch als vor den rund 670 Schülern der Jahrgänge 9 bis 13 beider Schulen dann die Schulleiter Michael Kamlage und Ernst Krug den Scheck noch einmal überreichen, ist die Begeisterung nicht geringer.

25 Jahre Partnerschaft mit dem Bistum Tunduru-Masasi fanden in den letzten beiden Wochen mit dem Besuch des neuen Bischofs Castor in der Schule, bei den Verbänden und in den Pfarrgemeinden ihren unbestrittenen Höhepunkt. Der Bischof begegnete den Schülern in den Jahrgangsgottesdiensten, predigte in Recke, Halverde und Steinbeck in den Sonntagsgottesdiensten und war in vielen Vereinen und Verbänden, Gruppen und Gruppierungen zu Gast. Freundlich und die Sympathie der Menschen gewinnend.

„Die Leute geben mit Herz“, bedankt sich Bischof Castor und fügte hinzu: „Sie geben mit Herz materiell und geistlich. Im Namen der Diözese will ich mich dafür bedanken. Ich bin mit so offenen Armen in der Schule und in den Gemeinden aufgenommen worden, ich habe so viele freundliche Menschen getroffen.“ Es ist wirklich eingetreten, was der Schulleiter des Gymnasiums, Michael Kamlage, bei der Begrüßung durch die beiden Schulleiter gesagt hatte. „Durch den Besuch bekommt die Partnerschaft ein Gesicht.“ Der Bischof lud beim Abschied Michael Kamlage nachdrücklich und insbesondere, aber auch die Schüler zu einem Besuch in sein Bistum ein.

„Wir bedanken uns für Ihren Besuch, wir sind Ihnen dankbar, dass Sie sich so sehr bemüht haben, so viele Menschen hier zu treffen“, so bedankte sich Jürgen Meyring als Vorsitzender der Tansania-Konferenz bei dem bischöflichen Gast.

Die Entwicklung der Partnerschaft der letzten 25 Jahre lässt sich auch an den verschiedenen Zielen der Basare ablesen: Waren es in den Achtzigern ein Kreiselmäher und ein Dickenhobel, wurden in den Neunzigern ein Mädchenwohnheim, sauberes Wasser und der Ausbau der Gesundheitszentren unterstützt. Einer der Höhepunkte des Einsatzes für die Partnerschaft war sicherlich der Sponsorenlauf, den die Gruppe der Jugendlichen „Robin Hope“ initiiert und organisiert hatte. Der Erlös von 22 000 Euro macht den inzwischen fast abgeschlossenen Ausbau der Dispensary in Nambaya zu einem Gesundheitszentrum möglich. Bildung und Gesundheit, das sind die satzungsmäßigen Ziele der Partnerschaft der Schule mit dem Bistum Tunduru-Masasi. Franziska Oelgemöller warb nach der Geldübergabe bei ihren Mitschülern um Mitarbeit in der Gruppe „Robin Hope“. Besuche in beiden Richtungen sollen auch in Zukunft den Kontakt vertiefen und die gezielte und wirkungsvolle Hilfe möglich machen.

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