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NRW-CDU versucht den Neuanfang

Es wird holprig

wn

Was wird aus der nordrhein-westfälischen CDU? Wie verarbeitet sie die bittere Wahlniederlage? Personell und programmatisch steht der Partei ein derart tiefgreifender Umbruch bevor, dass ein zeitnaher Aufstieg aus den Trümmern eher unwahrscheinlich erscheint. Wahrscheinlich ist hingegen ein holpriger Neustart mit immens viel Selbstbeschäftigung - gewiss zur Freude insbesondere der rot-grünen Landesregierung.

Zweifellos zählt Norbert Röttgen, der heute zum neuen Parteivorsitzenden gewählt wird, zu den besten und brillantesten Köpfen innerhalb der gesamten CDU - aber parteiintern auch zu den unbeliebtesten. Dass er in seiner Wahrnehmung zu Höherem berufen ist, ja das Zeug zum Kanzler hat, lässt er allzu häufig ungefragt durchblicken. Die Mutmaßung oder Unterstellung, er missbrauche die NRW-Bühne für seine eigentlich bundespolitischen Ambitionen, wird den kühlen Analysten dauerhaft an Rhein und Ruhr begleiten. Eine Belastung.

Und: Auf dem Weg des Neuanfangs bleiben politische Talente, die noch bis vor Kurzem als Hoffnungsträger galten, auf der Strecke. Allen voran Andreas Krautscheid, dessen Freundschaft zu Röttgen längst Geschichte, ja zerrüttet ist.

Der Parteitag wird bei den Verlierern bzw. bei denen, die sich dafür halten, wider alle Beteuerungen offene Wunden hinterlassen. Die CDU muss dieses Stadium aber schnell überwinden - denn Rot-Grün verdient zuallererst eines: einen starken und überzeugenden Gegenpol.

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