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Europas Börsen trotzen der Panik

wn

Washington/Berlin – Am Tag nach den dramatischen Einbrüchen an den internationalen Börsen haben Europas Aktienmärkte der Panikstimmung am Dienstagmorgen weitgehend getrotzt. Während die Börsen in Lateinamerika und Asien aus den Turbulenzen nicht herauskamen, fielen die Einbußen in Europa zunächst weniger drastisch aus als erwartet. Der deutsche Leitindex DAX reduzierte seine anfänglichen Verluste und lag zum Mittag um 1,01 Prozent im Minus bei 5748,34 Punkten. Am Morgen war er zeitweise auf 5658 Punkte gefallen.

Die Wall Street hatte am Montag nach der Ablehnung der Rettungspläne für die US-Finanzbranche im Abgeordnetenhaus einen dramatischen Kursrückgang erlebt. Der US-Leitindex Dow Jones erlitt in Punkten gerechnet den höchsten Tagesverlust seiner Geschichte. Die Anleger flüchteten in den sicheren Hafen der Staatsanleihen und sorgten damit beim Dow Jones für einen absoluten Verlust von 777,68 Punkten. Der Sammelindex der Technologiebörse NASDAQ schmolz zum Börsenschluss um 9,1 Prozent zusammen. Der US-Nachrichtensender CNN bilanzierte, an der Wall Street seien an einem Tag etwa 1,2 Billionen Dollar (835 Mrd Euro) Börsenwert vernichtet worden.

Zuvor hatte der Nikkei in Tokio mit einem Verlust von 4,1 Prozent auf 11 259,86 Punkte sehr schwach geschlossen. In Hongkong war dagegen bereits ein leichter Aufwärtstrend mit einem Plus von 0,8 Prozent auf 18 016,21 Punkte zu erkennen.

An den wichtigsten Börsen Lateinamerikas waren die Kurse am Vorabend teils dramatisch eingebrochen. Am schlimmsten erwischte es den größten Aktienmarkt des Subkontinents im brasilianischen São Paulo. Dort herrschte vorübergehend Panik, als der Bovespa-Index im Tagesverlauf in den Keller ging und zeitweise rund 12 Prozent verlor. Am Ende des Tages standen 46 028,06 Punkte – ein Abschlag von 9,36 Prozent. Der IPC-Index in Mexiko-Stadt fiel um 6,4 Prozent auf 1638,10 Punkte. In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires sackte der Merval-Index um 8,68 Prozent auf 1545,45 Punkte ab.

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