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Salafisten

Ex-Vorsitzender des Vereins „Einladung zum Paradies“ war in Münster

Martin Kalitschke

Münster - Die Verbindungen des an der Mecklenbecker Hafkhorst-Straße ansässigen Vereins „Muslime Aktiv“ zur vom Verfassungsschutz als „gefährlich“ eingestuften Salafisten-Szene sind offenbar enger als bislang angenommen.

Im Internet kursierende Videoaufnahmen von einem am 7. Januar an der Ludgeristraße aufgebauten Info-Stand von „Muslime Aktiv“ zeigen auch den Prediger Sven Lau. Lau war Vorsitzender des Mönchengladbacher Vereins „Einladung zum Paradies“, der sich inzwischen aufgelöst hat.

Laut NRW-Verfassungsschutzbericht 2010 hat sich Lau unter anderem dafür stark gemacht, dass ein Staat auf der Basis der Scharia regiert werden muss. Diese islamische Rechtsordnung sieht als Strafen für Vergehen unter anderem Amputation von Hand oder Fuß, Steinigung und Enthauptung vor, so der Verfassungsschutz Niedersachsen. Thomas Göcke, Vorsitzender von „Muslime Aktiv“, hat jetzt auf der Vereins-Homepage bestätigt, dass Lau den Info-Stand besucht hat.

In seinem Statement weist der Münsteraner Göcke die gegen seinen Verein „Muslime Aktiv“ erhobenen Vorwürfe zurück. So stehe der umstrittene Prediger Pierre Vogel „in keinster Verbindung“ zu dem Verein. Vogel schreibt jedoch auf seiner eigenen Homepage, dass an ihn gerichtete Spenden vom Verein „Muslime Aktiv“ in Münster entgegengenommen werden.

Göcke betont ferner, dass der Verein „Der wahre Glauben“, dessen Vorsitzender sich demnächst wegen Anstachelung zu Straftaten vor Gericht verantworten muss, „in keinster Weise“ in „Muslime Aktiv“ involviert sei. Auf der Homepage von „Der wahre Glauben“ ist gleichwohl ein Video von der Infostand-Aktion in Münster zu sehen.

Göcke bescheinigt zudem einem „Bruder Marcel K.“, dass dieser den friedlichen Diskurs der Religionen befürworte. K. war nach den Anschlägen vom 11. September 2011 vom Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ mit den Worten zitiert worden, die Taliban machten „zu 95 Prozent gute Sachen“. Diese Aussage war laut Göcke vom Spiegel „wissentlich manipuliert“ worden.

Göcke betont, dass es seinem Verein um einen „Dialog der Religionen und Kulturen“ gehe. Laut Verfassungsschutz NRW geht von der salafistischen Szene eine „sehr ernste Gefahr“ aus. Ihre „fundamentalistischen“ Bestrebungen seien „verfassungsfeindlich“.

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