1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Experten: „Jede zehnte Klinik in NRW vor dem Aus“

  6. >

Experten: „Jede zehnte Klinik in NRW vor dem Aus“

Wilfried Goebels

Düsseldorf/Mülheim - Die finanzielle Lage der Krankenhäuser hat sich nach Angaben von Arbeitgebern, Gewerkschaften und Ärzten in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert. Experten klagen:

Jede zweite Klinik schreibt „rote Zahlen“.

Jedes zehnte Krankenhaus in NRW muss geschlossen werden.

25 Prozent der 450 Kliniken in NRW sind existenziell gefährdet.

Der Deutsche Städtetag forderte in Mülheim ein „Hilfsprogramm, das diesen Namen verdient“. Viele Kliniken in Deutschland seien „selbst zum Patienten geworden und müssten gerettet werden“, sagte Städtetags-Vizepräsidentin Petra Roth. Aus Sicht des Städtetags reicht die von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt geplante Finanzspritze von drei Milliarden Euro für die Kliniken nicht aus, um steigende Löhne und Energiekosten zu zahlen.

In NRW ist indes der heftige Streit über die Klinik-Finanzierung neu entfacht worden. SPD-Gesundheitsexpertin Heike Gebhardt warf Sozialminister Karl-Josef Laumann vor, 2008 Bauzuschüsse des Landes in Höhe von 200 Millionen Euro zur Modernisierung der Kliniken zu blockieren. Laumann will aber in „wenigen Wochen“ 100 Millionen Euro Baupauschale auszahlen.

Insgesamt erhalten die Krankenhäuser in NRW rund 495 Millionen Euro. Laumann erneuerte seinen Vorwurf, dass die rot-grüne Landesregierung bis 2005 mehr Bauvorhaben bewilligt habe, als dafür durch Barmittel überhaupt vorhanden waren. Nachdem der Berg abgearbeitet worden sei, könnten in diesem Jahr erstmals wieder Gelder bereitgestellt werden.

Startseite