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Fähigkeiten aufgedeckt

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Münster - Nach dem Realschulabschluss ging´s erstmal nicht weiter. In einem Schuhladen hatte Elsa Schwarz eigentlich die Zusage bekommen, eine Ausbildung machen zu dürfen. „Kurzfristig kam dann die Absage.“ Es folgte ein halbjähriges Praktikum in einer Modeboutique mit Aussicht auf eine Ausbildung. „Dann wurde die Ausbilderin schwanger.“ Die heute 19-Jährige stand wieder mit leeren Händen da.

Elsa Schwarz ist kein Einzelfall. Es gibt viele Jugendliche, die Schwierigkeiten haben, nach der Schule einen Ausbildungsplatz zu finden oder während der Ausbildung merken, dass es doch der falsche Beruf ist und abbrechen. Und natürlich gibt es viele, die zwar einen Schulabschluss vorweisen können, aber nicht wissen, was sie machen wollen oder schlicht nicht reif sind fürs Berufsleben. Ganz zu schweigen von denjenigen, die ohne Abschluss und Perspektive die Schule verlassen.

Die Bundesagentur für Arbeit bietet diesen Jugendlichen berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen in Kooperation mit der Akademie Überlingen, dem Jugendausbildungszentrum und dem Bildungszentrum der Handwerkskammer an.

Die Maßnahmen sollen helfen aufzudecken, wo Interessen und Fähigkeiten jedes einzelnen liegen und durch Praktika und Schulphasen praktisches sowie theoretisches Wissen und bestenfalls Ausbildungsplätze beispielsweise in den Bereichen Handel, Holz, Metall, Bau und Verwaltung vermitteln. Zudem sollen sie die Möglichkeit bieten, Schulabschlüsse nachzuholen.

100 Jugendliche feierten jetzt den Abschluss dieser Maßnahme. Mit erfreulichem Ergebnis: Fast jeder dritte hat einen Ausbildungsplatz, zwölf machen im Juli voraussichtlich ihren Hauptschulabschluss nach und viele andere wissen jetzt, was sie machen wollen und qualifizieren sich für ihren Wunschberuf weiter.

„Die berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme ist keine Warteschleife“, betonte Dr. Thomas Gahlen von der Bundesagentur für Arbeit. Sie seien Lernsequenz, Berufserfahrung und Reifungsprozess in einem. „Man kann lernen, wie man sich im Berufsalltag bewegt.“

Elsa Schwarz hat gelernt, sich im Berufsalltag zurechtzufinden und sich zu behaupten. Sie hatte sich für den Bereich Handel entschieden und machte ein dreimonatiges Praktikum bei einem Raumausstatter.

Jetzt hat die 19-Jährige einen Ausbildungsplatz bei einer großen Einzelhandelskette sicher: Am 1. September geht´s los. Und weil sie in der Schule das gelernt hat, was auch andere Ausbildende im ersten Lehrjahr lernen, hat Elsa Schwarz keine weitere Zeit verloren.

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