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WDR-Ranking: Münster unsicher

Fahrradklau verhagelt die Statistik

Paul Meyer zu Brickwedde

Münster - Glaubt man den Statistikexperten von Eins Live, dann ist Münster eine der unsichersten Städte in ganz Nordrhein-Westfalen. Am Mittwoch veröffentlichte der Jugendradiosender des Westdeutschen Rundfunk eine Tabelle, auf der sich die Westfalenmetropole auf dem viertletzten Platz wiederfindet - von 27. Nur Aachen, Düsseldorf und Schlusslicht Köln schnitten noch schlechter ab. Sieger wurde der Kreis Siegen-Wittgenstein.

Prof. Walter Krämer von der Technischen Universität Dortmund, der zusammen mit seinem Team für Eins Live tätig geworden ist, hat dafür zum einen Erklärungen und zum anderen noch einige Details. So wurde das Ranking aus acht verschiedenen Kategorien zusammengestellt. Am besten schnitt die Stadt Münster bei Wohnungseinbrüchen mit Rang 10 ab (18 auf 10 000 Einwohner). Am schlechtesten, wenig überraschend, bei Fahrraddiebstählen mit 200 pro 10 000 Einwohnern (Platz 27). „Der zweitschlechteste Wert“, sagt Prof. Krämer, „lag gerade einmal bei 100.“

Ebenfalls alles andere als gut sieht es bei Unfällen (25), Straftaten insgesamt, Drogendelikten und der Aufklärungsquote aus (jeweils Platz 22) - sowie bei Autodiebstählen (19). Für einen Mittelfeldplatz reichte es immerhin bei den Raubdelikten (14).

Krämer sagt dazu, dass „Kriminalität im Wesentlichen ein Großstadt-Phänomen ist“. Aber er schränkt auch die Aussagekraft der Eins-Live-Statistik ein: „Streng wissenschaftlich ist das nicht.“

Vor allem deshalb nicht, weil hier Zahlen ohne jegliche individuelle Gewichtung miteinander gleichgesetzt würden - ein simpler Fahrraddiebstahl also beispielsweise die gleiche Bedeutung wie ein bewaffneter Raubüberfall erhalte. „Das entspricht aber eben nicht dem Sicherheitsgefühl der Menschen.“

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