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Familien nach Gescher locken

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Gescher. Die jüngste Fraktionssitzung der SPD im Rathaus hatte es in sich. Die Genossen berieten einen Antrag zur Familienförderung. Konkret ging es um die „kommunale Förderung von selbst genutztem Wohneigentum für Familien“. Den Antrag erläuterte Marc Jaziorski. Die Idee der SPD sieht vor, dass Familien zukünftig eine Unterstützung beim Kauf oder Bau einer Immobilie in Gescher erhalten, die sie selbst als Wohnung nutzen. Eine Förderung soll auch unabhängig von dem Alter der Immobilie sein, heißt es.

Die Unterstützung könnte auf verschiedene Weisen erfolgen: als echter Zuschuss, als Darlehen, durch den Erlass von Abgaben – oder durch einen Mix aus alle dem. Ob und in welcher Höhe eine solche Unterstützung gewährt wird, sollte vor allem von der Anzahl der Kinder abhängen. Auch das Einkommen sollte dabei eine Rolle spielen.

Die SPD-Fraktion stellt diesen Antrag, weil die Förderung von Familien nach ihrer Ansicht nicht nur Aufgabe überregionaler Verantwortungsträger in Verwaltung und Politik ist. Die SPD-Fraktion meint, dass eine gesunde Stadt wie Gescher Familien benötigt, die sich für Wohneigentum entscheiden. Wenn in Gescher mehr Familien dazu ermutigt würden, sich nieder zu lassen, sei das eine Investition in die Zukunft mit solider Rendite. Die Genossen waren sich einig darüber, dass der demographische Wandel auch an Gescher nicht spurlos vorübergehen wird. Die Bevölkerungszahlen – vor allem die der jungen Menschen – würden sinken, hieß es. Gleichzeitig würden z.B. die Kosten der bestehenden Infrastruktur weiterhin zu tragen sein. Hier gelte es gegenzusteuern, so die SPD. Ein Mittel sei, junge Menschen in Gescher zu binden und für die Stadt zu gewinnen, beispielsweise mit einer moderaten Familienförderung.

Durch dieses Konzept werde mehr neu- und umgebaut, glaubt die SPD. So werde dann auch der Arbeitsmarkt – vor allem im Bau- und Baunebengewerbe – gestützt. Aber auch Einzelhandel und Vereinsleben profitierten von einer „proaktiven kommunalen Familienpolitik“. Die SPD-Fraktion verabschiedete hierzu einen Antrag. Darin wird die Verwaltung gebeten, einen Vorschlag zur Umsetzung zu unterbreiten. Fraktionssprecher Kramer erklärte, diese kommunale Förderung sei keine neue Erfindung; andere Kommunen hätten damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

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