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Fast frühlingsfestverdächtig

Münster. Wenn zwei Mannschaften gegen Saisonende aufeinandertreffen, für die die Spielzeit weitestgehend gelaufen ist, muss man stets mit dem Schlimmsten rechnen: Sommerfußball. Was dagegen die beiden Verbandsligisten TuS Hiltrup und Rot-Weiß...

Fabian Sonnenschein

Münster. Wenn zwei Mannschaften gegen Saisonende aufeinandertreffen, für die die Spielzeit weitestgehend gelaufen ist, muss man stets mit dem Schlimmsten rechnen: Sommerfußball. Was dagegen die beiden Verbandsligisten TuS Hiltrup und Rot-Weiß Erlinghausen gestern Nachmittag am Osttor ablieferten, das hatte zumindest für den neutralen Beobachter einen Unterhaltungswert, der kaum hinter dem des Hiltruper Frühlingsfestes ein paar Meter weiter auf der Marktallee zurückgestanden haben dürfte: ein knappes Dutzend Gelber Karten, etliche Strafraumszenen, vier Tore – und am Ende ein 2:2-Unentschieden, das im Großen und Ganzen den Spielverlauf widerspiegelte.

Dabei konnte man in den Anfangsminuten glatt auf die Idee kommen, der eine oder andere Hausherr habe am Vorabend beim größten gesellschaftlichen Ereignis der Südstädter zu tief ins Glas geschaut. Fahrig begannen sie, die Hiltruper. Unkonzentriert. Im Gegensatz zu den Gästen, die gleich zwei dicke Möglichkeiten ausließen. Nach nicht mal einer Minute rettete TuS-Schlussmann Lennart Lüke in höchster Not gegen Erlinghausens Dennis Hansmeier, kurz darauf verzog Daniel Berlinski nach einem Patzer von TuS-Abwehrchef Paul Lolaj denkbar knapp.

Zwei Weckrufe, die nicht ungehört verhallten. Denn nach knapp einer Viertelstunde nutzte Lars Anfang gleich die erste Chance des Tabellendritten zum 1:0, vorbereitet hatte Rainer Welke. Es war bereits der 20. Saisontreffer für den TuS-Routinier. Wie lange er allerdings noch für Hiltrup auf Torejagd gehen werde, ließ der Goalgetter offen. „Im Sommer verlassen viele Leistungsträger den Klub. Mein Bleiben mache ich nicht zuletzt davon abhängig, ob es der Sportlichen Leitung gelingt, die Abgänge adäquat zu ersetzen.“

Die Partie nahm derweil weiter Fahrt auf: Sascha Wachsmann schüttelte TuS-Manndecker Torsten Stosberg nach einem weiten Abschlag des Erlinghauser Keepers Frank Simon ab und erzielte den zu diesem Zeitpunkt hochverdienten Ausgleich für die agilen Gäste.

Nach der Pause standen die Münsteraner zwei Mal vor der erneuten Führung, doch Philipp Daldrup und Anfang fanden im glänzend reagierenden Simon ihren Meister. So mussten die TuS-Fans bis zur 79. Minute warten, ehe sie wieder jubeln durften. Einen mustergültig vorgetragenen Hiltruper Konter schloss Daldrup zum 2:1 ab. Zuvor hatten Pascal Gromke, die Latte und der Pfosten eine Berlinski-Chance vereitelt. Auch der Verbleib des mit jetzt 14 Toren zweiterfolgreichsten Hiltruper Stürmers ist ungewiss, Daldrup hat einen Studienplatz in den USA in Aussicht.

Dass der eingewechselte Ali Güllü per Freistoß den Gastgebern doch noch die Siegesfeier verdarb (87.), ärgerte Michael Evelt zwar. Dennoch lobte Hiltrups Coach „die Einsatzfreude der Jungs. Zumal man nicht vergessen sollte, dass uns heute ganze 13 Spieler zur Verfügung standen.“

TuS: Lüke – Lolaj – Stosberg, Franke – Mohammadi – Welke, Gromke, Kleine Wilke, S. Roth – Daldrup, Anfang.

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