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FC Schalke 04: Sehnsucht nach dem Titel

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Schalke 04 peilt die Champions League an und möchte nebenbei auch Meister werden

Wo kommen sie her?

Wer sich mit dem Titel „Altmeister“ schmücken muss, dem geht es nur bedingt gut. Aber es ist nun mal Fakt, dass der FC Schalke 04 seine sieben Deutschen Meisterschaften zwischen 1934 und 1958 geholt hat. Danach war Ebbe angesagt, was die Meisterschale betrifft. Die vier Erfolge im DFB-Pokal (1937, 1972, 2001 und 2002) konnten das zwar ein wenig abfedern, der Uefa-Cup-Triumph 1997 alles für einige Zeit ausblenden, aber es fehlt etwas auf Schalke. Dass die Königsblauen 2001, 2005 und 2007 jeweils als Vizemeister nur knapp am Titel vorbeischlidderten, macht die Sache nicht besser.

Wo wollen sie hin?

Das Jubiläum haben sie geschafft und die hämischen Glückwünsche aus der verwünschten Nachbarstadt zähneknirschend und mit geballter Faust in der Tasche entgegengenommen: 50 Jahre keine Meisterschaft, auch ein Grund zum Feiern. Natürlich wollen die Schalker nur eines – den Titel. Und inzwischen ist es so weit, dass selbst die Konkurrenz es ertragen könnte, würden die Schalker mal ganz vorne enden. Teils aus Sympathie, teils aus Mitleid. Nur die Dortmunder können da traditionell nicht mitziehen.

Das liebe Geld . . .

Dank Gazprom geht es den Schalkern gut. 125 Millionen Euro für fünf Jahre (plus Nebengeräusche), das hätte jeder Verein gerne. Daneben zahlen weitere Sponsoren, und eine regelmäßig mit rund 61 000 Besuchern ausverkaufte Arena lässt jeden Schatzmeister strahlen. Mit diesem Geld lässt sich prima planen und auch gut einkaufen. Geschätzte 15 Millionen Euro haben die Schalker bislang ausgegeben, in der Winterpause soll noch einmal nachgelegt werden. Vorausgesetzt – die Champions-League-Qualifikation wird überstanden. Aber daran zweifelt auf Schalke niemand. Ende August fällt da die Entscheidung.

Wer hat das Sagen?

Fred Rutten galt als Wunschkandidat und ist mit dem nötigen Rückhalt als neuer Trainer installiert worden. Der Niederländer aus Twente, dem große Kompetenz nachgesagt wird, steht ganz oben auf der sportlichen Kommandobrücke. Es ist nicht vorstellbar, dass er es akzeptiert, wenn sich jemand in seine Angelegenheiten einmischen würde. Aber auch in Gelsenkirchen gilt das Leistungsprinzip. Erreicht die Mannschaft das sportliche Ziel, dann hat der Trainer Ruhe. Falls nicht, dann wird es rumoren. Vom Manager Andreas Müller über Geschäftsführer Peter Peters bis hin zum Präsidenten Josef Schnusenberg hat eigentlich jeder etwas zu sagen. Vom Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies ganz zu schweigen.

Der Typ, auf den Sie achten sollten:

Neben einigen Talenten aus der eigenen Jugend haben die Schalker bislang nur zwei wirklich Neue geholt. Orlando Engelaar kommt mit der Empfehlung von Twente Enschede, aktueller Stammspieler in der niederländischen Nationalmannschaft zu sein. Aber sein Spiel ist wenig spektakulär im defensiven Mittelfeld. Mehr verspricht man sich in dieser Hinsicht vom Peruaner Jefferson Farfan; der Zehn-Millionen-Einkauf aus Eindhoven soll mit seiner Schnelligkeit, vor allem aber mit seinen Toren die Massen in seinen Bann ziehen und den Club zum Titel schießen.

Wen schlagen sie am liebsten?

Jeder Club hat seinen Lieblingsgegner und Schalke 04 seinen Lieblings-Erzfeind. Siege über Borussia Dortmund sind das Schönste, was das königsblaue Herz begehrt. Sie gehen noch über Meisterschaft und Pokal, sie bedeuten den Ritterschlag für jeden neuen Trainer und Spieler. Unsterblich auf Schalke wird man mit einem entscheidenden Treffer gegen den BVB.

Der ausgefallenste Fan-Artikel:

Im Schalker Fanshop gibt es nichts, was es nicht gibt. Da werden Fans, Kinder, Babys und Haustiere bedient, auch für Hobby und Haushalt hält man ein Angebot vor. So wundert es niemanden, dass es auch die Baby-Rassel „Erwin“ und das königsblaue Hundehalstuch gibt, jeweils für 4,95 Euro. Neu im Angebot ist vor dieser Saison die Vliestapete, die Eurorolle (10,05 m x 0,53 m) kostet 14,95 Euro.

Prognose:

Also Champions League sollte es schon sein. Demnach ist ein Platz unter den ersten drei erneut Pflicht. Die Qualität dazu bringt die Mannschaft mit.

Michael Schulte

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