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Federleicht von Sieg zu Sieg

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Münster. Als Christoph Mester im jungen Alter von sieben Jahren seinen drei älteren Geschwistern beim Badminton spielen zusah und von Zeit zu Zeit das Privileg genießen durfte, sich für eine herbe Niederlage zur Verfügung zu stellen, hatte er nur eins im Kopf: Schnellstmöglich besser werden und sich dann bei allen revanchieren. Also ging er mit zum Training bei Münster 08 und rackerte für sein großes Ziel. Dort traute der heutige Abteilungsleiter und Jugendtrainer Rolf Stegemann seinen Augen nicht, als er sah wie „der Neue“ scheinbar spielerisch und in Windeseile alle Schlagtechniken einübte.

„Man sah sofort, dass Christoph ein ausgesprochenes Naturtalent war. Der Junge war mit soviel Spaß und Begeisterung bei der Sache, dass es eine Freude war, ihm zuzuschauen“, erinnert sich Stegemann gerne zurück. So dauerte es auch nicht lange, bis sich in den internen Familienduellen erste kleinere Erfolgserlebnisse einstellten. Spiele gegen gleichaltrige aus seinem Verein verliefen meist einseitig, und so musste sich der Münsteraner bald auf Kreis- und Bezirksebene gegen neue Konkurrenten beweisen.

Auch hier machte er sich schnell einen Namen, sammelte zahlreiche Titel und erhielt zur Belohnung eine Einladung zum Landeskader. Dieses war zwar die verdiente Bestätigung für seine großartigen Erfolge, bedeutete aber gleichzeitig auch, dass er seinen Heimatverein in Münster Richtung TV Emsdetten verlassenmusste, da 08 keine Jugendmannschaft in der vom Verband geforderten Liga stellen konnte. Der ist aber nur an unsere Freunde aus Emsdetten ausgeborgt“, betont Stegemann mit einem Augenzwinkern und wünscht sich insgeheim eine Rückkehr seines Schützlings anlässlich des 100-jährigen Vereinsjubiläum in diesem Jahr.

Mittlerweile könnte Mester nämlich vom Niveau in einer der Seniorenmannschaften spielen. Denn heute gehört der 14-Jährige zu den etablierten Kräften in der deutschen Jugend-Badmintonszene. Erst am vergangenen Wochenende sicherte er sich bei den Westdeutschen Meisterschaften in der U 15 Konkurrenz die Titel im Doppel und Mixed und erreichte den dritten Platz im Einzelwettbewerb.

Sein nächstes Augenmerk gilt den Deutschen Jugend-Meisterschaften Anfang Februar in Rheinhausen. Hierfür trainiert der Neuntklässler vier Mal in der Woche. „Dadurch wird zwar manchmal schon die Zeit knapp für Schule und andere Freizeitaktivitäten, aber Badminton macht mir einfach am meisten Spaß“, sagt er fast entschuldigend. Wenn es um seinen Traum geht, eines Tages wie sein großes Vorbild, die dänische Badminton-Ikone Peter Gade Christensen, Profi zu werden, klingt er schon fast wie ein Erwachsener: „Die Chance ist minimal. In Deutschland gibt es leider kaum richtige Badmintonprofis, aber Ziele muss man sich zumindest setzen, um sie zu erreichen.“ Eines hat er schon erreicht: Seine älteren Geschwister besiegt er heute alle mühelos . . .

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