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Tecklenburger Land

„Fehlende Spieler gelten nicht als Alibi“

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Ibbenbüren. Wenn der Trainer des Handball-Regionalligisten ISV, Holger Krimphove, beim Training in dieser Woche die gesunden Spieler zählen wollte, benötigte er dazu gerade mal die Finger beider Hände. Rechtzeitig zum Spiel gegen Bayer Uerdingen (heute 19.15 Uhr, Halle Ost) hat das Verletzungspech – in den vergangenen Jahren zwar kein gern gesehener, jedoch regelmäßiger Gast bei der ISV, wieder eiskalt zugeschlagen.

Gleich vier Mann muss Krimphove ersetzen. Unter ihnen sind die beiden Youngster Tobias Tennigkeit (Rückenprobleme) und Fabian Elting (Fuß-Operation), unter ihnen ist aber auch der komplette Innenblock der 6-0-Deckung. Philippe Jäger hat Knieprobleme, die so stark sind, dass ihm gar eine Operation droht und Sebastian Dreiszis knickte im Pokalspiel gegen Aldekerk so stark um, dass an einen Einsatz vorerst nicht zu denken ist. „Es sieht aber nur nach einer Bänderdehnung aus“, so Krimphove – wenigstens kein Riss.

Dennoch wiegt dieser Verlust natürlich schwer, denn auch beim Pokalaus gegen Aldekerk spielte Jäger nicht, und die Abwehr schwamm. Und jetzt fehlt auch noch der zweite Deckungsexperte. Holger Krimphove ficht das nicht an. „Ich lasse fehlende Spieler nicht als Alibi gelten“, sagt Krimphove. „Im Mittelpunkt stehen die, die auf der Platte sind.“ Gegen Uerdingen werden das in den beiden zentralen Deckungspositionen Robin Wunsch und Hendrik Stöcker sein. „Die beiden können das. Ich habe volles Vertrauen zu ihnen“, sagt ihr Trainer. Auch das Training, das in dieser Woche in überschaubaren Gruppen abgehalten wurde, lässt der Trainer der Ibbenbürener nicht als Ausrede gelten. „Es ist doch so, dass alle Spieler auch spielen wollen“, sagt er, „und ich bin mir sicher, dass wir gegen Uerdingen auch eine gute Leistung zeigen werden.“

Und das trotz, oder gerade wegen des schwachen Spieles gegen den Oberligisten TV Aldekerk. „Es war im Training zu merken. Die Mannschaft will richtig“, sagt Holger Krimphove. „Wir wollen heute Abend auf der Platte die passende Antwort auf dieses Spiel geben.“

An sich kein schlechtes Vorhaben, jedoch eines, gegen das der Gegner möglicherweise Einwände haben dürfte. Und dieser Gegner ist nicht zu unterschätzen, denn an den Spieltagen drei und vier waren die Uerdinger auch schon Tabellenführer. Danach ging es allerdings stetig bergab. Dass Holger Krimphove diese Talfahrt nicht so locker nimmt, wie es die Tabellensituation vermuten lässt, liegt daran, dass er den Grund dieser Talfahrt kennt. Und der lautet Verletzungspech, exakt das Substantiv, dass dem ISV-Trainer im Hinblick auf seine eigene Mannschaft derzeit so zu schaffen macht. Uerdingens Top-Torjäger Thomas Pannen stand nämlich zwischenzeitlich nicht zur Verfügung. Und Pannen ist zusammen mit Bayer-Spielertrainer Jörg Förderer der absolut dominierende Mann bei den Uerdingern.

Diese beiden treffen nun auf eine dezimierte und neu formierte Abwehr, fürwahr keine ideales Zusammentreffen. Aber die ISV hat ja noch die Statistik: Aus den vergangenen neun Spielen gab es nur eine Niederlage, zu Hause schon ewig nicht mehr verloren – wenn man mal vom Pokal absieht. Das ist doch auch was.

Ibbenbürener SV: Bierbaum, Ostendorf; Richter, Wunsch, J. Wiesmann, Pansing, D. Wiesmann, Fütterer, Hüsener, H. Stöcker.

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