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Mit dem Herzen dabei

Feierstunde fürs Ehrenamt

Klaus Meyer

Everswinkel - ,And the Oscar goes to . . . Ein wenig hatte die Preisverleihung der gemeinsamen Aktion von RWE und WN etwas von der Oscar-Vergabe in Hollywood. Doch während dort Schauspieler für filmische Leistungen ausgezeichnet werden, ging es am Mittwochabend im Rathaus ums reale Leben - nämlich darum, Menschen für ihr engagiertes soziales Wirken in der Gemeinschaft der Vitus-Gemeinde zu würdigen. „Mit dem Herzen dabei“ lautete der Titel der Aktion, mit der ehrenamtliches Engagement beispielhaft in den Fokus gerückt werden sollte. Eine Auszeichnung stellvertretend für viele andere aktive Vitus-Bürger. Gewinner sind alle zehn Kandidaten, die zur Wahl standen, aber es konnte nur einen Sieger geben. ,And the Oscar goes to . . .Fred Heinemann.

Die WN-Leser machten eifrig mit bei der Wahl. 699 Stimmzettel waren es am Ende, und der Vorsitzende des Verkehrsvereins sicherte sich davon 18,6 Prozent. Das bedeutet - wenn auch mit einem hauchdünnen Vorsprung von fünf Stimmen - Platz eins und ein Preisgeld von 2 000 Euro für den Verkehrsverein. Mit 17,9 Prozent landete Andre Horstmann auf dem 2. Platz und freute sich über 1 500 Euro Preisgeld für den Reit- und Fahrverein. Auf den 3. Platz kam mit 13,0 Prozent der Stimmen Hermann Dirksen, der für den Senioren-Service Everswinkel 1 000 Euro in Empfang nehmen konnte. Die weiteren Platzierungen: 4. Marlies Hoffmann (Eine-Welt-Verkauf, 500 Euro), 5. Christian Averbeck (Spielmannszug Alverskirchen, 350 Euro), 6. Irmgard Telgte, Emilie Baumheier, Hildegard Görges (Besuchsdienst Seniorenheim, 250 Euro); jeweils mit einem Anerkennungsbetrag von 100 Euro wurden die weiteren Platzierungen bedacht: Heiner Vogt (BTA), Marjolein van Dijk (Kulturkreis), Ewald Stumpe (Heimatverein) sowie Heinz Wieland und Karsten Stubbe (Selbsthilfegruppe Angehörige von Demenzkranken).

Schlagartig waren zu Beginn der kleinen Feierstunde die Gespräche verstummt, als Bürgermeister Ludger Banken hinter das Rednerpult trat. „Bei der Stille brauche ich eigentlich kein Mikrofon“, spürte auch er die Spannung, die in der Luft lag. Aber ein wenig mussten sich die Gäste noch gedulden. Denn Banken nutzte die Gelegenheit, die Bedeutung, aber auch die Notwendigkeit ehrenamtlicher Arbeit zu unterstreichen, und so die Arbeit aller ehrenamtlich Tätigen zu würdigen. „Bürgerschaftliches Engagement ist ein stabiler und unverzichtbarer Eckpfeiler unseres gesellschaftlichen Lebens. Die Arbeit in Vereinen, der Jugend- und Seniorenarbeit, in sozialen Projekten, in Kirche, Kultur und Sport ist ohne Ehrenamt undenkbar“, betonte der Bürgermeister. Auch RWE-Kundenbetreuer Alfred Kruse, der die Grundidee der RWE-Aktion verdeutlichte, nahm diesen Gedanken auf: „Mit der Förderung des Ehrenamtes suchen wir auch die Nähe unserer Kunden.“

„Gewinner sind Sie alle“, betonte Banken, als er sich mit den Preisträgern zehn bis vier bei der Preisvergabe langsam nach vorn „arbeitete“ und die Zahl derer, die als Hauptgewinner durchs Ziel gehen konnten, immer geringer wurde. Und spätestens nach der Laudatio von Klaus Meyer auf Hermann Dirksen und von Alfred Kruse auf Andre Horstmann wussten alle: Fred Heinemann hat es geschafft.

Der schaute zunächst noch etwas ungläubig, dann aber war die Freude in seinem Gesicht abzulesen. Lang war die Liste Heinemanns ehrenamtlicher Aufgaben, die Bürgermeister Banken aufzählen konnte. Ob im Verkehrsverein, bei der Postagentur, in der Politik, im Sozialverband VdK oder im Mitmach-Museum, überall sei Heinemann zu finden. „In den Protokollen lese ich oft Herr Heinemann kümmert sich darum“, erzählte Banken und stellte fest, „Fred Heinemann ist der personifizierte Kümmerer.“ Bescheiden bedankte sich Heinemann später im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten bei den Bürgern, die ihn gewählt hatten. „Ich sehe das als Bestätigung der Arbeit aller Mitarbeiter im Verkehrsverein.“

Auch Andre Horstmann freute sich natürlich über die „Finanzspritze“ für den Reit- und Fahrverein. „Die hohe Stimmenzahl zeigt mir, dass der Verein hinter mir steht, und das ist noch einmal eine zusätzliche Motivation.“ Drittplatzierter Hermann Dirksen war schon fast beschämt über so viel Ehre. Schließlich war er erst kürzlich mit dem Bundesverdienstkreuz für seine zahlreichen Ehrenämter ausgezeichnet worden. „Warum ich schon wieder“, war seine Reaktion, als er vor einigen Wochen von seiner Nominierung für die Endrunde der Kandidatenauswahl erfahren hatte.

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