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Teil 14 | Freizeit

Feiertag, Bauernmarkt und tote Opossums

Hallo nach Ibbenbüren, in ganz Neuseeland waren am Montag die Geschäfte und sonstige Einrichtungen geschlossen. Es war „Labour Day“, ein gesetzlicher Feiertag, der den Arbeitern gilt. Wer trotzdem gearbeitet hat, durfte mehr Lohn verlangen. Da Amir die Pizzeria schloss, hatte ich ein „langes“ Wochenende, sprich zwei Tage frei. Das Wetter war super, deswegen sind mein Freund...

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<1>Hallo nach Ibbenbüren, in ganz Neuseeland waren am Montag die Geschäfte und sonstige Einrichtungen geschlossen. Es war „Labour Day“, ein gesetzlicher Feiertag, der den Arbeitern gilt. Wer trotzdem gearbeitet hat, durfte mehr Lohn verlangen. Da Amir die Pizzeria schloss, hatte ich ein „langes“ Wochenende, sprich zwei Tage frei. Das Wetter war super, deswegen sind mein Freund und ich beide Tage mit unserem Van rausgefahren. <2>Am Sonntag ging es in ein kleines, ziemlich abgelegenes und verschlafenes Örtchen namens Ngatimoti. Normalerweise würde man sagen, dass dort „der Hund begraben liegt“, aber an diesem Sonntag wurde ein Festival veranstaltet und es war richtig viel los. Auf einer großen Wiese gab es viele kleine Stände, an denen man die verschiedensten Sachen erwerben konnte. Ich habe mir von dem Trinkgeld der letzten zwei Wochen einen aus Seegras geflochtenen Hut gekauft. Hier laufen fast alle mit Hüten rum, das muss an der englischen Abstammung liegen... Ansonsten kann man das Festival mit einem deutschen Bauernmarkt vergleichen. Man konnte kleine Ziegen, Ferkel, Lamas und sonstige Tiere streicheln und dabei zuschauen, wie ein Schaf in Sekundenschnelle geschoren wurde. Es war sehr interessant, so etwas Mal zu sehen. Das Schaf blieb ganz ruhig und wehrte sich überhaupt nicht. Am nächste Tag fuhren wir mal wieder in die Marlborough Sounds. Unser erstes Ziel war die Okiwi Bay. Auf dem Weg dorthin ging es wie immer steil bergauf mit gefühlten 100 000 scharfen Kurven, die direkt am Abgrund entlang führten. Ich habe gezählt und insgesamt 15 überfahrene Opossums auf den Straßen liegen sehen. Das City Council ist so etwas wie ein Rathaus und zahlt für jedes tote Opossum $5, da diese den einheimischen Vogelbestand gefährden. Das witzige daran ist, dass die Tiere in Australien unter Naturschutz stehen, aber hier in Neuseeland darf man sie nach Lust und Laune erschießen. Wir hätten also eine Menge Geld bekommen, wenn wir die Tiere aufgesammelt hätten, entschieden uns aber aufgrund des Gestankes dagegen... <3>In der Okiwi Bay angekommen erkannte man gleich, dass diese ein beliebtes Urlaubsziel derjenigen ist, die ein Boot besitzen und gerne fischen gehen. Wir haben uns mit einem älteren Paar unterhalten, dass dort auch im Urlaub ist. Dieses erzählte uns, dass hier wirklich jeder mit seinem eigenen Boot anreist und den Tag auf dem Meer verbringt. Die Kinder bringen ihre Wasserskier mit und werden vom Boot gezogen. Zum Abendessen gibt es dann selbstgefangenen Fisch. Nach einem kleinen Spaziergang durch das Örtchen ging es weiter Richtung French Pass, einer Schotterpiste, die bis ans Ende eines Armes der Sounds führt. Wieder erwartete uns eine lange, kurvenreiche, aber traumhaft schöne Strecke. Die Ausblicke die ich dort hatte, rückten auf Platz zwei der schönsten bis jetzt. Steile, grüne Wiesen, auf denen Schafe grasten und im Hintergrund das offene Meer. Unbeschreiblich schön. Diese Weite und die friedliche Atmosphäre dort oben, können noch nicht einmal die Fotos wiedergeben, die ich gemacht habe. Man muss es einfach erleben. Liebe Grüße nach Hause, Carolin

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