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Stipendium in Neuseeland

Felsklettern und Surfen gehören für Ibbenbürenerin zum Unterricht

wn

Ibbenbüren. Wenn Sarah Rotert auf den Kalender schaut, kann sie es immer noch nicht glauben. In einer Woche schon wird sie für 25 Stunden im Flieger sitzen - und im etwa 18 500 Kilometer entfernten Neuseeland wieder aussteigen. Die Goethe-Schülerin beginnt dort ein ungewöhnliches Auslandsstipendium.

Mathe, Englisch, Outdoorsport. So ähnlich könnte der Stundenplan der Ibbenbürenerin bald aussehen. Denn neben büffeln im Klassenzimmer gehören auch Freiluftaktivitäten wie Tauchen, Surfen oder Klettern zum Unterricht des Tawa College in Wellington - „Outdoor-Education“ nennt sich das. Am College wird Sarah eine von insgesamt 25 Austauschschülern sein.

„Es ist schon ein komisches Gefühl zu wissen, bald ist man ein Jahr weg“, sagt die 15-Jährige. Noch ist die Schülerin jedoch gelassen. Die große Nervosität setze bei ihr erst in ein paar Tagen ein, vermutet sie. „Ich suche gerade nach Geschenken für meine Gastfamilie und fange so langsam an zu packen.“

Sarah ist Stipendiatin der Organisation „Eurovacances Youth Exchange“. Bei einem Wettbewerb ging sie unter etwa 40 Mitbewerbern als Siegerin hervor. Gesucht war vor allem eine sportlich interessierte Person. Für die Ibbenbürenerin kein Problem. „Ich schwimme und segle gerne. Was ich in Neuseeland auf jeden Fall ausprobieren möchte, ist surfen und tauchen.“

„Outdoor-Education ist in Neuseeland weitverbreitet“, weiß Dorothee Haversath, Mitarbeiterin von Eurovacances Youth Exchange. Es gehe bei dem Unterrichtsfach nicht darum, den Besten zu ermitteln, sondern Teamgeist und Zusammenarbeit zu lernen. „Man erkennt dabei die eigenen Stärken und Schwächen - und kann seine Softskills verbessern.“ Dieses Prinzip komme bei Austauschschülern bisher gut an. Haversath: „Die sind alle richtig begeistert.“

Von ihrem Reiseziel selbst hat Sarah noch keine genauen Vorstellungen. „Ich weiß nur, die Landschaft soll sehr schön sein“, sagt sie. Den ersten Kontakt zu Neuseeländern hatte Sarah aber schon: „Kurz nachdem feststand, dass ich fliege, hat mir meine Gastfamilie gleich eine E-Mail geschrieben.“ Seitdem tauscht sich die Ibbenbürenerin mit ihnen aus. Sie will schon einmal einen Vorgeschmack auf den neuseeländischen „Way of Life“ bekommen.

Am anderen Ende der Welt müsse sie sich etwa an viele Dinge erst noch gewöhnen. Dazu zählten zum Beispiel die Zeitverschiebung - Wellington ist der Ibbenbürener Zeit um zehn Stunden voraus - und die unterschiedlichen Jahreszeiten. In Neuseeland ist gerade Winter. Umgekehrt ist dort Sommer, wenn es in Ibbenbüren bitterkalt ist. „Weihnachten bei 30 Grad - das ist dann bestimmt kein Weihnachten“, sagt Sarah.

Die große Entfernung zu Familie und Freunden möchte die 15-Jährige unter anderem mit Telefonaten übers Internet überwinden. Ihre Freunde steuerten zu ihrem Gepäck auch ein „Ibbenbürener-Überlebenspaket“ bei, um die Trennung zu versüßen. Dazu gehören etwa ein Neuseeland-Käppi, ein selbst gemachter Kalender und ein T-Shirt, auf dem ein großes Foto ihrer Clique aufgedruckt ist.

Sarahs Freunde werden sie am Abreisetag jedoch nicht bis zum Flughafen begleiten. Die 15-Jährige ist bei dem Gedanken etwas wehmütig, aber auch erleichtert: „Es ist besser so. Das wird auch so schon schlimm genug werden, sich zu verabschieden.“

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