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Fiede, der Weihnachtsbote

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Ein kleines bisschen sieht Fiede Nissen selbst aus wie der der Weihnachtsmann. Der 58-Jährige hat einen dichten, rauschigen Bart. Aber er trägt keinen roten Mantel, sondern eine dicke gelbe Regenjacke. Und auf dem Kopfe trägt er oft eine Mütze mit Ohrenklappen. Denn da, wo Fiede Nissen wohnt, ist es oft windig und nass: Der Mann lebt auf einer winzigen Insel in der Nordsee. Sie heißt Langeneß, liegt vor der Westküste Schleswig-Holsteins und ist eine Hallig.

„Eine Hallig wird überflutet, eine Insel nicht“, erklärt Fiede Nissen kurz. Deshalb wohnen alle Halligbewohner auf kleinen Erhebungen, den Warften. Bei einer Sturmflut schauen nur noch Häuser und Höfe aus dem Wasser. Wie der Weihnachtsmann bringt Fiede Nissen den 30 Familien auf seiner Insel etwas Besonderes: nämlich die Post. Auch die anderen Halligen Oland, Gröde und Habel beliefert er mit Paketen und Briefen.

Aber Fiede Nissen kann nicht einfach ein Postauto nehmen. Denn um zum Festland und zu den anderen Halligen zu kommen, muss er ja übers Wasser. Dafür steigt er in sein Boot „Störtebekker“. Oder er fährt mit der „Lore“. Das ist eine kleine Bahn. Sie tuckert über einen Damm vom Festland nach Langeneß und Oland. Oft sind die Gleise aber überflutet, weil das Wasser zu hoch steht.

Nun, kurz vor Weihnachten, stopft Fiede Nissen die Lore mit Paketen, Päckchen, Briefen und Karten richtig voll. Denn er muss zehn Mal so viel wie sonst übers Meer transportieren. Nissen sagt stolz: „Bisher ist noch kein Brief und kein Paket in die Nordsee gefallen.“

Und das will was heißen: Der Postmann macht seinen Job immerhin schon seit 30 Jahren. (dpa)

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