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Politik Inland

Finale mit Verlängerung?

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Was wäre wenn? Der schon in vier Wochen europäisch beginnende Wahlmarathon dieses Jahres lenkt die Aufmerksamkeit der parteipolitischen Dauerläufer zunehmend auf die demoskopisch erhobenen Wasserstandsmeldungen beim umworbenen Wahlvolk. Welches das großkoalitionäre Krisenmanagement und die oppositionelle Begleitmusik dazu aufmerksam verfolgt und in fünf Monaten zu entscheiden hat, in welcher Farbenkombination eine neue Bundesregierung denn auflaufen soll.

Eine neue Regierung? Das deutsche Volk so finster wie mutig entschlossen, mitten im Fluss des Wirtschaftsdesasters die Pferde zu wechseln? Natürlich nehmen mit fortschreitender Zeit die schwarz-gelben Liebes-Schwüre und rot-grünen Polit-Projekt-Träumereien zu. Die christ- wie sozialdemokratische Elite in Berlin bedient mit diesen Wechsel-Parolen aber in erster Linie das Freund-Feind-Schema der eigenen Parteibasis, die die große Koalition vor Ort eben nicht lebt und lieber mit den anderen streitet. Mobilisierung der eigenen Truppe lautet das Zauberwort.

Eigentlich aber wollen Schwarz und Rot die große Koalition noch ein wenig fortsetzen, mit breiter parlamentarischer Mehrheit statt hauchdünnem Stimmen-Vorsprung das Land durch die Krise regieren. Dass in den aktuellen Umfragen die liberale Gipfelstürmerei bereits wieder ein jähes Ende findet, stützt insbesondere diese Variante demoskopischer Kaffeesatzleserei: Die große Koalition könnte in die Verlängerung gehen - müssen.

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