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Fleisch kam schon infiziert an

Eva Dahlmann

Rhede - Das Schweinefleisch, das in Rhede zahlreiche Salmonellen-Infektionen ausgelöst hat, ist bereits infiziert im K+K-Markt angeliefert worden. Das haben Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Münster ergeben. Gestern bestätigte Klaas+Kock die Ermittlungen in der Rheder Filiale. Vertriebsleiter Helmut Fliege betonte jedoch, dass es bei K+K weder bei der Verarbeitung noch der Lagerung und auch nicht beim Verkauf zu der Verunreinigung gekommen sei. Auch die Mitarbeiter seien getestet worden, die Ergebnisse seien negativ gewesen.

K+K bedaure die Infektionen zutiefst. Und weiter: „Das Unternehmen stellt Polizei und Staatsanwaltschaft sämtliche Unterlagen zur Verfügung, die zu einer lückenlosen Untersuchung des Vorfalls nötig sind.“

Ein 73-jähriger Rheder war Mitte Dezember nach einer Salmonelleninfektion gestorben. Es besteht der Verdacht, dass er sich die Bakterien durch rohes Mett aus dem K+K-Supermarkt zugezogen hat. Auch die Ehefrau des Verstorbenen, eine vierköpfige Familie und 19 von 32 Altherren-Fußballer des SV Biemenhorst wurden krank. Die Biemenhorster hatten bei ihrem Nikolaus-Kegeln in einer Gaststätte Mettbrötchen serviert bekommen.

Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer berichtete, dass die Polizei derzeit versuche, den Weg des Schweinefleischs zurückzuverfolgen. Noch sei nicht klar, woher es stamme und an welcher Stelle der Verarbeitung es zur Infektion kam. Bei dem in Fleischproben des Supermarktes gefunden Salmonellen handele es sich um einen „neuartigen, sehr virulenten Stamm“, so Schweer. Schon geringer Befall könne schwere Erkrankungen auslösen.

Das Robert-Koch-Institut untersucht zurzeit die vom Fleisch und bei den Patienten entnommenen Proben. Es soll nachweisen, ob es sich bei allen Proben um denselben Bakterienstamm handelt. Ergebnisse dazu seien nicht vor Ende Januar zu erwarten.

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