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Flinke Wüstentiere

Annegret Schwegmann

Weiches, hellbraunes Fell, kugelrunde Knopfaugen und Ohren, denen nichts zu entgehen scheint: Wer sie zum ersten Mal sieht, kann nicht anders, als sofort „Sind die süß“ zu sagen. Am liebsten würde man die Gundis streicheln, um festzustellen, ob das Fell so weich ist, wie es aussieht. Doch Vorsicht: Gundis eignen sich nicht als Haustiere. Wenn Menschen sie berühren wollen, reagieren sie immer gleich - mit sofortiger Flucht.

Anschauen lassen sich die Nagetiere, die ursprünglich aus der nördlichen Sahara in Afrika kommen, aber sehr gern. Im Allwetterzoo Münster sind sie erst seit ein paar Monaten zu sehen und springen und klettern - ganz anders als andere Nagetiere - vor aller Augen durch ihr Gehege. „Sie scheinen sich da sehr wohl zu fühlen“, sagt Dr. Dirk Wewers und freut sich darüber. Denn Zoos und Tiergärten stehen noch ganz am Anfang ihrer Erfahrungen mit Gundis. Der Zoo in Münster hat seine drei Wüstenbewohner von einem befreundeten Zoo in Düsseldorf bekommen und achtet streng darauf, dass die kleinen Nager genau das bekommen, was sie brauchen.

Das fängt schon bei der Ernährung an. Sie ist sehr schwierig und fordert viel Kenntnis. „Gundis brauchen energiearme Nahrung“, erklärt Wewers. Sie sollten also so wenig Zucker wie möglich bekommen. Mit Vorliebe nagen sie an hartfaserigen Pflanzen wie dem Bogenhanf, den ihr vielleicht als Zimmerpflanze kennt. „Sie bekommen auch Gemüse. Bei Obst-Mahlzeiten sind wir aber sehr vorsichtig“, sagt Wewers. Denn der Fruchtzucker im Obst könnte den Gundis schaden.

Um sich wohlzufühlen, brauchen sie Felsspalten als Verstecke und Felsen zum Klettern. Die Luft sollte nicht allzu feucht und bis 30 Grad erwärmt sein - Gundis sind schließlich Wüstenhitze gewöhnt.

Wenn ihr euch das Gehege anguckt - es befindet sich übrigens außen am Tropenhaus - solltet ihr euch nicht allzu sehr darüber wundern, dass die Pfleger den Kotplatz nicht komplett säubern. Täten sie es, würden sie den Tieren eine wichtige Informationsquelle nehmen. Gundis können gut riechen und erschnuppern über den Urin und den Kot, wie es den anderen Tieren im Gehege geht. „Wenn wir alles sauber machen würden, wäre das so, als würden wir ihnen die Tageszeitung wegnehmen.“

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