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Fluch der Karibik in der Schokoladenfabrik

Hans Gerhold

Wer sich auf Filme wie „Date Movie“, die Tetralogie „Scary Movie“ und jetzt „Fantastic Movie“ einlässt, weiß hoffentlich in der Regel, was ihn erwartet. Hemmungslose Parodien und Travestien von aktuellen Kino-Erfolgen im Minutentakt, Gags am laufenden Band ohne Rücksicht auf Verluste an Dramaturgie, Spannungsaufbau und Rhythmus. Ablachen um jeden Preis ist angesagt, weil die persiflierten Produktionen bekannt sind und man auf den Wiedererkennungswert setzt.

Das Problem: Die meisten der angepeilten Filme tragen bereits ein hohes Maß an Selbstparodie oder Ironie in sich. Der tuntige Piratenkapitän Jack Sparrow aus „Fluch der Karibik“ ist in der Überzeichnung als Jack Swallow nur noch lächerlicher. Und dabei ist der im zweiten „Karibik“-Teil ohnehin schon mächtig degeneriert.

Das Beispiel mag genügen, es folgt der filmische Wegweiser. Vier Waisen mit den Namen der „Narnia“-Kinder geraten in einer von Crispin Glover in der Johnny-Depp-Rolle geführten Schokoladenfabrik durch einen Schrank ins Königreich Gnarnia. Dort regiert die Weiße Hexe (von „American Pie“-Mama Jennifer Coolige souverän gespielt), gegen deren Soldaten die Armee von Aslo (wie der Löwe aus „Der Zauberer von Oz“) Krieg führt.

Das Quartett besucht den heftig gealterten Harry Potter und kungelt mit Jack Swallow in der Karibik. Dann geht’s in die Schlacht, aus der die Kids mit dem Zeitzapper aus Adam Sandlers „Click“ zurück in den Schrank gerettet werden.

Wer das mag, wird unterhalten. Aber wer mag das? Zumal bei einem Film, der im Original „Epic Movie“ heißt und nicht mal Genregrenzen einhält.

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