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„Football Under Cover“: Sport-Politik

Hans Gerhold

Die schönste Szene in „Football Under Cover“ bestreiten Fußballerin Narmila und ihre Oma, die auf der Straße trainieren – wobei die alte Dame eine Ballsicherheit an den Tag legt, die Jüngere neidisch machen kann. Als die iranische Oma 1968 kickte, war das deutschen Frauen per DFB-Statut noch offiziell verboten.

Es geht in diesem Film nicht nur um Fußball und die Leidenschaft für den Sport, sondern auch um Emanzipation am Leder, kulturelle Gegensätze und Politik. Ausgangspunkt sind die Bemühungen der Damenmannschaft BSV - Al Dersimspor aus Kreuzberg, gegen die iranische Fußballnationalmannschaft anzutreten.

Der Film von Ayat Najafi und David Assmann, Bruder einer Spielerin, folgt als Mischung aus Reportage und Chronik den Wendungen der Ereignisse und den Windungen der Funktionäre, bis das Spiel der Spiele (circa drei Minuten) 2007 im abgelegenen Ararat-Stadion und nicht, wie vorgesehen, im großen Azadi-Stadion stattfinden kann.

Im Stadion fordern die Zuschauerinnen lautstark ihre Grundrechte ein. Männer müssen draußen bleiben. Für Freunde iranischer Filme eine interessante Ergänzung zu Jafar Pahanis mitreißendem Spielfilm „Offside“ (Silberner Bär 2006). Nachdenklich macht die offen bleibende Frage, warum Nilofaar, eine „Heldin“ des Films (Foto), nicht spielen durfte.

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