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Politik Inland

Fotogenes Familienglück: Bettina Wulff nimmt viel Einfluss auf ihren Mann

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Münster/Hannover - Sie wird voraussichtlich die jüngste „First Lady“, die die Bundesrepublik je hatte: Bettina Wulff ist am 30. Juni, dem Tag, an dem ihr Ehemann Christian zum Bundespräsidenten gewählt werden soll, gerade 36 Jahre und acht Monate alt.

Die studierte Medienmanagerin verkörpert auf unaufdringliche Weise einen modernen Frauentyp, ist aber gleichzeitig beruhigend konservativ. Auf der Modern-Seite stehen folgende Faktoren: Sie hat den fünfjährigen Leander aus einer früheren Beziehung, den zweijährigen Linus mit Christian Wulff, den sie im März 2008 hochschwanger heiratete. Die ehemalige Pressereferentin beim Reifenhersteller Conti ist im Juni 2009 nach einem Jahr Babypause in ihren Beruf zurückgekehrt, arbeitet jetzt in der Pressestelle der Drogeriekette Rossmann. So muss sie Beruf und Patchworkfamilie miteinander verbinden.

Auf der Konservativ-Seite steht ihr von Bekannten bekundeter Sinn für Familie und Geborgenheit. Sie pflege Freundschaften, heißt es zudem. Ex-Lebensgefährte Torsten Anklam, Vater von Sohn Leander, erklärte der „Bild“-Zeitung vor einigen Jahren: „Sie ist der verbindlichste Mensch, den ich kenne.“ Als sie im Jahr 2006 wegen ihrer Beziehung zu Wulff, der sich nach 18 Ehejahren von seiner Jugendliebe Christiane getrennt hatte, ins Blitzlichtgewitter der Öffentlichkeit geriet, scheute sie die Kameras nicht, schwieg aber mit charmantem Lächeln zu Privatem.

Sie lebt mit Mann und drei Kindern auf dem Land in Großburgwedel - auch die Tochter von Christian Wulff aus erster Ehe hat dort ein eigenes Reich. Im NDR schwärmte Bettina Wulff nach dem Umzug: „Es ist ein 20 Jahre altes Haus mit Garten in einer Sackgasse. Kurze Wege - ein bisschen heile Welt.“

Die erste Ehe von Christian Wulff ist nach Aussagen aus seinem Freundeskreis nicht zuletzt daran gescheitert, dass seine Frau Christiane, selbst Anwältin, sich immer aus dem politischen Leben ihres Mannes herausgehalten hat. Bettina Wulff, geborene Körner, hat dagegen mit sanfter Hand sehr viel Einfluss auf den einst so langweilig wirkenden „Traum aller Schwiegermütter“ genommen.

Als PR-Profi weiß sie, die Medien geschickt zu nutzen. Die „Süddeutsche Zeitung“ ernannte sie gar zur „Piefkeflüsterin“ - weil sie aus einem piefigen Provinzfürsten einen Großstadtpolitiker gemacht habe, der auf kulturellen Ereignissen und Partys außerhalb der politischen Szene auftauchte. Ihr fotogenes Familienglück wurde in den wichtigsten Illustrierten platziert - Christian Wulff umgab auf einmal ein Hauch von Glamour.

Da fragten sich nicht wenige Beobachter an der Leine in Hannover und ebenso an der Spree, welche Strategie hinter diesem Imagewandel stecken könnte. Wulff hatte mit Blick auf seine - erste - Familie immer betont, ihn ziehe nichts aus Hannover fort. Doch Bettina Wulff gilt auch als ehrgeizig. Sie macht auf jedem Parkett eine gute Figur, fühlt sich im eleganten kleinen Schwarzen augenscheinlich ebenso wohl wie in einer Jeans. Als sie in die Rolle an der Seite des Ministerpräsidenten schlüpfen musste, erklärte ihr Freundeskreis in Interviews, dass sie das bravourös bewältigen werde. Es ist eine wenig gewagte Aussage, dass die hübsche Blondine auch im Schloss Bellevue eine gute Rolle spielen kann.

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