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Französische Stäbchen aus Belgien

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Die Kartoffel kam vor mehr als 400 Jahren aus Südamerika zu uns nach Europa. Das steht so in den Geschichtsbüchern. Zunächst war die Kartoffel eine Speise für reiche Menschen wie Fürsten und Herzöge. Die aßen die Knolle als Luxusgemüse. Heute sind Kartoffeln ein Essen für jedermann. Doch wer hat die Kartoffel-Stücke als Erstes ins Fett geworfen und frittiert - also wer hat die Pommes erfunden?

Waren es vielleicht die Franzosen? Schließlich ist das Wort Pommes frites französisch. Oder waren es die Amerikaner? Dort gibt es ja schließlich besonders viele Schnell-Restaurants.

„Alles Quatsch!“, sagen die Belgier. Sie sind überzeugt, dass Pommes frites in Belgien erfunden wurden. „Schließlich sind sie unser Nationalgericht“, sagt Eddy Van Belle. Er hat in der Stadt Brügge ein Museum für Fritten gegründet. „Ob Fisch, Fleisch oder Gemüse: Es gibt kaum ein Essen, das ohne Pommes frites aufgetischt wird.“

Außerdem gibt es eine Legende. Sie handelt von Fischern, die vor langer Zeit im Tal des Flusses Maas im Süden von Belgien lebten. Sie hatten die Gewohnheit, kleine Fische zu frittieren. Als der Fluss im Winter zufror, schnitten die Fischer in ihrer Not Kartoffeln in Streifen und warfen sie anstelle der Fische ins heiße Öl.

Pommes kommen also aus Belgien. Aber wieso heißen sie in Amerika dann „French fries“? Das bedeutet übersetzt „französische Fritten“ oder „frittiert auf französische Art“. Ein Missverständnis, sagt der Fachmann Van Belle.

In Belgien sprechen viele Menschen nämlich auch Französisch. Das hat amerikanische Soldaten verwirrt, die im Ersten Weltkrieg - vor mehr als 90 Jahren - in Europa kämpften, meint er. Als sie nach Hause zurückkehrten, erzählten sie von den leckeren „französischen“ Stäbchen, die sie in Belgien gegessen hatten.

Da haben sie wohl offensichtlich was verwechselt!

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