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Giro News

Freizeitaktivisten auf zwei Rädern erobern die Region

Ulrich Schaper

Münster - Linus Gerdemann atmete tief durch. „Ganz ehrlich, jetzt bin ich reif für den Urlaub.“ Der 28 Jahre alte Münsteraner hatte dem krönenden Abschluss des Sparkassen Münsterland Giro.2011 seinen Stempel aufgedrückt. Früh attackierte er an der ersten Bergwertung, mit letztlich drei Fluchtkumpanen bog er in die drittletzte Runde in Münster ein. Selbst ihn, der bei der Tour de France eine Etappe gewonnen hat und zu den weltbesten Rundfahrern gehört, die schon eine Menge erlebt haben, berührte die Atmosphäre gerade in Münster. Fantastisch, super - diese Worte fielen oft von den Profis. „Es ist einfach ein schönes Rennen“, fügte auch Fabian Wegmann an, ehe der 31-Jährige seinen Sohn Otto in den Arm nahm. Sechster war Wegmann geworden, sein bestes Resultat beim fünften Heimspiel-Auftritt.

Das Finale brachte die Zuschauer noch einmal richtig in Wallung. Aber auch in den Stunden zuvor, als die Jedermann-Fahrer das Ziel erreichten, waren die Straßen im Zielbereich am Hindenburgplatz gut besucht. Es gab manch einen überdrehten Sprint am Ende, das war ein Schaulaufen der besonderen Art für viele der Freizeitaktivisten auf zwei Rädern.

Der Oberbürgermeister Markus Lewe wagte sich an die 60 km heran. „Ganz schön stramme und ausgezehrte Waden hat er“, befand Begleitschutz Christian Wegmann. Der Ex-Profi war gemeinsam mit dem früheren Telekom-Fahrer Jens Heppner eigens für die Promi-Mannschaft abgestellt worden. Polizeichef Hubert Wimber soll dabei den OB angetrieben haben. „Schneller, schneller“, lautete Wimbers Stakkato-Kommando, immerhin einen Schnitt von 35 Stundenkilometer lieferten Lewe, die Bundestags-Abgeordnete Maria Klein-Schmeink und Wimber ab. Respekt.

„Das Rennen hat sich etabliert. Es ist mal wieder eine tolle Sache gewesen“, befand Dr. Andrea Hanke, Sportdezernentin. In der siebten Auflage wird der Giro im kommenden Jahr die Achse zwischen Münster und dem Kreis Borken schlagen. In Stadtlohn wird am 3. Oktober 2012 das Profirennen gestartet. Einer Höherstufung durch den Weltverband steht nichts im Weg. Viel mehr geht nicht für Eintagesrennen.

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