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Frisch und sexy - Obamas faszinieren noch immer

Washington - Michelle Obama findet es immer noch „komisch“, von „meinem Mann, dem Präsidenten“ zu sprechen. „Ich versuche, dabei ein ernstes Gesicht zu behalten“, scherzte sie unlängst in einem Interview des Magazins „Glamour“. Das hatte die First Lady zu einer der „Frauen des Jahres 2009“ gekürt und sie auf der Titelseite abgelichtet - als erste Präsidentengattin. Keine Frage:...

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Washington - Michelle Obama findet es immer noch „komisch“, von „meinem Mann, dem Präsidenten“ zu sprechen. „Ich versuche, dabei ein ernstes Gesicht zu behalten“, scherzte sie unlängst in einem Interview des Magazins „Glamour“. Das hatte die First Lady zu einer der „Frauen des Jahres 2009“ gekürt und sie auf der Titelseite abgelichtet - als erste Präsidentengattin.

Keine Frage: Politisch ist viel ab vom Lack nach dem ersten Jahr von Barack Obama im Weißen Haus, aber nur wenig hat sich abgenutzt vom Glanz der First Lady und der First Family, die einen völlig neuen Stil ins Weiße Haus gebracht hat.

Alles interessiert wie am ersten Tag: von Michelles ärmellosen Kleidern und Gemüsegarten bis hin zu „Bo“, dem Familienhund. Was er gern frisst, sein Herrchen gern isst, was Obama seiner Frau zum Geburtstag schenkt und sich die Töchter Sasha (8) und Malia (11) vom Weihnachtsmann wünschen: Die Öffentlichkeit freut sich über jeden Brocken.

Der „Change“ im Stil, den die Obamas verkörpern, war schon vom ersten Arbeitstag an spürbar. Da erschien Obama zum Entsetzen vieler Konservativer in Hemdsärmeln im Oval Office - das hatte es unter George W. Bush nie gegeben. Obama schläft auch gern länger als sein Vorgänger, frühstückt erst mal mit der Familie, bevor er sich im Oval Office blicken lässt.

Manchmal wird es zehn Uhr, bevor die täglichen Briefings über geheimdienstliche Infos und die Wirtschaftsentwicklung stattfinden - bei Bush gab es sie um sechs. Aber dafür ist Obama eine Nachteule, er arbeitet oft bis in die Nacht, und wenn nicht, dann wird gern auch mal bis spät geschwoft. Das First Couple liebt den Spaß, Cocktailpartys, Pop und Rock.

Und ihre „Date Nights“, jene kostbaren Rendezvous-Abende, wenn die Obamas ausgehen und romantisch speisen. „Sie sind das erste First Couple mit einer erkennbaren sexuellen Chemie seit den Kennedys“, beschreibt es die Zeitung „The Independent“. Die Satirikerin Wanda Sykes mit der frechen Klappe formuliert es nicht jugendfrei: „Ich war im Weißen Haus. Da findet ganz klar....statt.“ Michelle selbst bekennt: „Barack schaut mir immer noch hinterher.“

Viele Medien sind sich darin einig: Eine der größten Erfolgsstorys in Obamas erstem Amtsjahr ist die First Lady. Ist der Präsident mittlerweile auf der Skala abgerutscht, gibt ihr die Bevölkerung nach wie vor äußerst gute Noten. Michelle ist reibungslos in ihre Rolle als Präsidentengattin geglitten, sichtbar, klug und redegewandt bei vielen öffentlichen Auftritten, aber sich nie in den Vordergrund spielend oder gar vorlaut, wie es manche befürchtet hatten.

Was nicht heißt, dass sie ihren Mann nicht häufig ausstechen würde. So rank und elegant er in seinen maßgeschneiderten Anzügen auch ist, zieht sie die bewundernden Blicke auf sich. Längst ist sie zur Trendsetterin geworden, ihre Etui-Kleider fliegen in den Kaufhäusern nach wie vor von der Stange. Ein „Mode-Duell“ mit der wahrlich glamourösen Carla Bruni-Sarkozy im vergangenen April ging nach Experten-Urteil Unentschieden aus. Aber Michelle shoppt nicht nur bei teuren Modedesignern, sondern auch bei Ladenketten - das rechnen ihr Amerikas „Durchschnittsfrauen“ weiterhin hoch an.

Aber zu allererst versteht sich die First Lady als „Mom-in- Chief“, als Mutter am Steuer. Das Privatleben der Töchter schützt sie - ähnlich wie seinerzeit Hillary Clinton - wie eine Glucke, aber trotzdem erhält die Öffentlichkeit immer mal wieder einen Blick auf die Kinder. Malia beim Versteckspielen im Oval Office - auch das erinnert stark an die Kennedys.

Natürlich liegt ein Teil der Faszination daran, dass die Obamas die erste schwarze First Family sind, dazu relativ junge Eltern mit ausgesprochen niedlichen Kindern. Aber, so meinen Beobachter, es steckt noch mehr dahinter: eine Vermittlung von Harmonie und persönlichem Glück. Natürlich gibt es auch Gerüchte, dass es bei den Obamas hinter den Kulissen manchmal funkt, es familiäre Machtkämpfe gibt zwischen den beiden starken Ehepartnern.

Wer ist der Stärkere? Der Präsident muss zwar nicht mehr die Mülltonnen an die Straße stellen wie früher in Chicago, das macht jetzt das White-House- Personal. Aber er muss Gassi gehen, mit „Bo“, dem Hund.

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