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Schützenfeste im Kreis Coesfeld

Früherer Torjäger landet Volltreffer

Theo Heitbaum

Herbern - Vor einem Jahr juckte es schon im rechten Zeigefinger. Weil Heiner Rupke aber wenige Tage später mit Annegret Wennemann einen Hochzeitstermin auf dem Standesamt hatte, blieb er beim Vogelschießen des Schützenvereins Nordick neben den Zuschauern stehen. Dieses Jahr präsentierte sich der kaufmännische Angestellte so, wie viele ihn aus alten Fußballtagen kennen: angriffslustig und treffsicher. Um 12.27 Uhr gelang ihm dann der entscheidende Schuss, der 187. des Tages, der ihn zum 55. König des Schützenvereins Nordick machte. An seiner Seite wird Annegret Wennemann-Rupke ihren Mann durch das Königsjahr begleiten. Dazu wird sich die Familie gesellen. Der erste Anruf des neuen Königs galt Mutter Johanna. Dann erfuhren die drei Töchter vom Glück des Vaters und schließlich folgten die drei Brüder und eine Schwester.

Mit dem Königsschuss von Heiner Rupke wandert die Regentschaft des Schützenvereins Nordick wieder zur Wesseler Riege. Die Stadt Werne darf sie angesichts der vielen Nordicker Majestäten bald in Königsriege umtaufen. So sind auch im Hofstaat einige frühere Könige des Vereins zu finden. In den Hofstaat berufen wurden. Heinz-Ludger und Maria Schütte, Wilhelm und Lydia Horstrup, Georg und Monika Westhues, Franz und Annette Mersmann, Franz-Josef Backhove und Ingrid Dohmsen.

Vorsitzender Stefan Jehle strahlte aus doppeltem Grund: Die Schützen waren pünktlich, denn um 12.30 Uhr war die Proklamation vorgesehen. Dazu sah er ein Königspaar auf dem Schützenthron, das einen rauschenden Königsball versprach: „Wir werden uns mit ihnen warm feiern und dem Verein einheizen“, versprach er angesichts der kühlen Temperaturen.

Morgens hatte es sogar noch geregnet. Pfarrer Rudolf Kruse sorgte mit einer schönen Schützenmesse für einen gelungenen Start in den Tag. Weil es unter den Herberner Bauerschaften Horn und Nordick kleinere „Reibereien“ gab, wurde der Vogel mit einer Sackkarre gefahren - die Antwort ist fürs Fest der Horner Anfang Juli in Aussicht gestellt.

Der Spielmanszug begleitete die Nordicker am Morgen, er hatte auch für das Wecken gesorgt. Die Spielleute ließen auch jeweils einen Tusch erklingen als die Insignien fielen: Vorsitzender Stefan Jehle sicherte sich Krone und Zepter. Den Apfel schoss Michael Bröcker ab, den linken Flügel Udo Hömann, den rechten Flügel Ingo Backhove. Beim Zerlegen des Vogels halfen Franz-Josef Backhove und Theo Bröcker dem neuen König Heiner Rupke bis zum Ende besonders ausdauernd. Die Zuschauer hielten sich hingegen zurück und suchten im Zelt ein bischen Schutz vor der Kühle - bis sie dann dem neuen Königspaar gratulierten. Zu den ersten Gratulanten gehörte Aschebergs Bürgermeister Dr. Bert Risthaus.

Gestern Abend traten die Nordicker an der Schmiede Wessel an, um die Rupkes mit ihrem Gefolge abzuholen. Von dort aus zogen die Schützen zum Zelt auf dem Hof Middendorf, wo die Oparolis zum Tanz aufspielten.

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