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Karneval im Kreis Steinfurt

Für Auge, Ohr und Lachmuskeln

wn

Wersen. „Unser Bündnis hält immer noch, denn seit sechs Jahren feiern unsere beiden Vereine ihr Dorffest gemeinsam“, verkündeten Friedhelm Pösse und Alfred Twent, Vorsitzende der Männergesangvereine Wersen und Eversburg, den erwartungsvollen Gästen am Samstag in den Wersener Ratstuben, bevor Heinz Hermann Hübers die Moderation eines hochkarätigen Programms übernahm.

Zum Auftakt gaben die Wersener Sänger unter der Leitung von Valentina Schneider einige Kostproben ihres Könnens. Beim Kosakenritt sprangen die ersten Zuhörer mit aufs Pferd und ließen sich von der Melodie davon tragen.

„Schön anzusehen und gut gewachsen“, kündigte der Gottschalk aus Eversburg die Tanzgruppe des SV Hellern an. Da hatte er nicht zuviel versprochen, denn der Anblick der jungen Damen in ihren farbenfrohen Kostümen ließ die Zuschauer für einige Augenblicke davon träumen, im brasilianischen Karneval die Hüften zu schwingen.

Roswitha Klose als Choreografin hatte mit ihrer Tanztruppe und Musik von Boney M. die Zuschauer in Wallung gebracht und wurde nicht ohne Zugabe aus dem Saal entlassen.

Und dann kam die Frau „mit Erfahrung“: Lilo Meyer aus Büren. „Soviel Applaus wie die Tänzerinnen möchte ich auch haben !“ Sie hatte sofort die Lacher auf ihrer Seite, aber Lilos Mann musste ganz schön herhalten, traute sie ihm als Handwerker doch nicht allzu viel zu.

Letztens habe er die Kuckucksuhr repariert. „Und geht sie wieder ?“, wollte ein neugieriger Zuschauer wissen. „Nicht so hundertprozentig. Jetzt kommt alle halbe Stunde der Kuckuck raus und fragt, wie spät ist es“, musste sie zugeben.

Lilos Bruder Hermann kam auch nicht ungeschoren davon. Wenn er draußen arbeite, dürfe er nicht länger als eine Viertelstunde Pause machen, sonst müsse er immer wieder neu angelernt werden, verriet sie.

Die Stimmungsband „Odyssee“, seit einem Jahr wieder in Urbesetzung mit Thomas, Axel, Dirk und Steffi, riss die Zuschauer mit Schunkelwalzer vom Hocker, bevor der MGV Eversburg mit dem temperamentvollen Chorleiter Holger Dolkemeyer und dem „Gefangenenchor“ aus „Nabucco“ von Verdi eine besondere emotionale Atmosphäre zauberte.

„Sierra Madre“, gemeinsam gesungenes Lied der beiden Männerchöre, in Szene gesetzt mit Feuerzeuglicht im verdunkelten Festsaal, setzte noch einen Stimmungstupfer oben drauf.

Büttenredner Peter Strothmann aus Hagen holte die Zuhörer wieder auf den Boden der karnevalistischen Realität zurück. Er habe er in der Zeitung gelesen, dass in einem Geschäft BH's für einen Euro angeboten wurden: „Edith, da müssen wir hin, für das Geld können wir die nicht hängen lassen.“

Nach soviel Training der Lachmuskulatur wollten die Gäste erfahren, ob sie vielleicht auch etwas gewonnen hatten. Renate Lammers, Ehefrau des anwesenden Bürgermeisters Rainer Lammers, spielte die Glückgöttin. Fortuna war auf Rita Buxhovis Seite. Dreimal hatte sie einen Volltreffer, obwohl sie ihrem Mann Jusuf davon abgeraten hatte, Lose zu kaufen.

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