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Klausurzeit bei den Preußen

Fußball: Beim Drittligisten werden die Weichen für die nächsten Wochen gestellt

Münster

Stille rund ums Preußenstadion. Die Adlerträger nehmen sich eine Auszeit. Die ist nicht lang, aber die Ansage steht. „Alle haben acht Tage fußballfrei“, sagt Sportvorstand Carsten Gockel. Für das Präsidium des Fußball-Drittligisten um Dr. Marco de Angelis und den Aufsichtsrats-Vorsitzenden Thomas Bäumer gilt das nicht ganz. Sie gehen in Klausur, beraten sich, analysieren die Lage. Das findet am Dienstag statt. „Das, was für Unruhe sorgt, die ganzen Nebengeräusche der letzten Zeit, werden wir feststellen und auch beheben. Unser Ziel ist ganz klar, wir wollen Ordnung und Ruhe reinbringen in den Verein. Alle Themen kommen auf den Tisch, wir gehen ergebnisoffen in die Gespräche“, sagt der Club-Chef. Trainer Marc Fascher, der im Urlaub weilt, ist nicht mit von der Partie.

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Die letzten Wochen haben den Preußen-Entscheidern nicht gefallen. De Angelis: „Wir haben einen Abwärtstrend festgestellt. Die beiden letzten Spiele waren dramatisch.“ Eine Vertrags-Verlängerung mit Trainer Marc Fascher rückt in den Hintergrund, sie ist praktisch auf Eis gelegt. Die Gefahr, in den Schlamassel Abstiegskampf zu rutschen, sei erkennbar. Die beiden Punktspiele bei RW Oberhausen (21. Januar) und im eigenen Stadion gegen FC Carl Zeiss Jena (28. Januar) direkt nach Ende der Winterpause haben eine besondere Bedeutung bekommen. Es geht gegen zwei Teams, die momentan auf Abstiegsrängen liegen: Oberhausen befindet sich acht Zähler hinter Münster, auf Jena hat der SCP ein Zehn-Punkte-Polster – Schmelzgefahr im Januar, weil die letzten Vorstellungen gegen Offenbach, Chemnitz und Unterhaching einfach schwach waren. Nun muss die Frage erörtert werden, ob der Trainer mit dem vorhandenen Spieler-Mix die Dinge schnell geregelt bekommt oder möglicherweise Korrekturen beim Personal vorgenommen werden müssen.

Die Bestandsaufnahme vom Sportlichen Leiter der Preußen fällt komplex aus. Mit 27 Punkten sei der SCP zunächst einmal im Plan. „Dramatisierung ist nicht unser Ding. Die Situation aber schauen wir uns ganz genau an“, meint Gockel.

Vor wenigen Wochen schien die personelle Situation nicht beunruhigend. „Wintertransfers sind nicht geplant“, hatte Marc Fascher im Interview mit unserer Zeitung gesagt. Das will auch Gockel nun generell nicht ausschließen. Gerade auf den Abwehrpositionen gibt es aufgrund von Verletzungen mehrere Wackelkandidaten.

Allerdings gibt es kaum Spielraum im Etat, obwohl das Gesamtbudget des Vereins in der laufenden Saison auf einen Rekordwert von 5,5 Millionen Euro anwachsen wird. Anfragen von wechselwilligen Spielern liegen nicht vor. „Bis dato hat keiner angefragt, ob er den Verein verlassen lassen“, sagt Gockel. Dennoch: Kommt die Runde der Preußen-Offiziellen zum Schluss, auf dem Transfermarkt aktiv werden zu müssen, würde nach Mitteln und Wegen zur Finanzierung gesucht.

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