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MV-Serie 100 Jahre SuS

Fußballverrückte machen den Anfang

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Neuenkirchen. „Fußball ist ein Ballsport, bei dem zwei Mannschaften mit je elf Spielern (einem Torhüter und zehn Feldspielern) gegeneinander antreten. Ziel ist es, den Ball möglichst oft im gegnerischen Tor unterzubringen.“ Eine simple Definition einer Sportart, die beim SuS Neuenkirchen in den vergangenen 100 Jahren mehr als eine „einfache“ Beschäftigung darstellte. Ohne die Fußballabteilung würde es wohl heute den SuS Neuenkirchen nicht geben. Schließlich waren es Fußallverrückte, die im Jahre 1909 den Spiel- und Sportverein gründeten.

Rechtzeitig zum runden Geburtstag blüht die Abteilung mehr und mehr auf, absolvierte in der vergangenen Spielzeit die wohl erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte.

Das Aushängeschild des Gesamtvereins ist ohne Zweifel die 1. Fußballmannschaft, die seit nunmehr vier Jahren in der Westfalenliga, ehemals Verbandsliga, die Schuhe schnürt. Auch wenn sich einige Personen im Hintergrund gewünscht hatten, die Mannschaft um Kapitän Thorsten Schmidt zum 100-jährigen in der NRW-Liga kicken zu sehen, ist das bisher Erreichte noch vor einigen Jahren kaum vorstellbar gewesen. „Wir können mit dem Abschneiden der Ersten super zufrieden sein, die Elf von Stefan Henning hat eine klasse Saison spielt“, freut sich auch Seniorenobmann Peter Hagen.

Noch vor 16 Jahren sah es für die Fußballabteilung längst nicht so rosig aus. Nur haarscharf schrammten die SuSler am Abstieg in die Kreisliga B vorbei, der „Super-GAU“ wurde gerade noch so abgewendet. Von dort an ging es für die Abteilung allerdings steil bergauf. Die nötige finanzielle Spritze, um den SuS peu à peu in höhere Regionen zu führen, steuerte dabei der 1993 gegründete Förderverein bei (siehe Extrabericht unten).

Innerhalb des Vereins mag sich kaum jemand ausmalen, wo sich der SuS Neuenkirchen befinde würde, wenn sich Personen wie Werner Kreimer nicht mit ihrem ganzen Herzblut dem Verein hingegeben hätten und dies auch immer noch tun. Auch Obmann Peter Hagen weiß, „dass es wohl heute keine Westfalenliga mit dem SuS geben würde, wenn der Förderverein nicht so erfolgreiche Arbeit geleistet hätte“. Davor könne man nur den Hut ziehen.

Insgesamt bilden (noch) sieben Mannschaften die Seniorenabteilung im Jubiläumsjahr. Vier Seniorenteams, eine Alte-Herren- und eine Altligamannschaft komplettieren mit der Damenmannschaft das Feld. Für Letztgenannte wird die Jubiläumssaison gleichzeitig auch die letzte Saison beim SuS Neuenkirchen sein. Im kompletten Mannschaftsverbund wechselt die Damenmannschaft nach St. Arnold, da im Nachbarverein die Nachwuchsförderung deutlich besser geklappt hat.

Etwas vorzuwerfen hat sich der Verein in den Augen von Peter Hagen allerdings nicht. „Es scheint nun einmal so zu sein, dass es in St. Arnold mehr fußballbegeisterte Mädchen gibt“, glaubt Hagen nicht, dass es an einer möglichen Förderung im Hinblick auf die Damen gefehlt hat.

Anders als die 1. Seniorenmannschaft blieb die Reserve deutlich hinter den Erwartungshaltung der Abteilung zurück. In kaum einer Phase der Saison schaffte es das Team um Trainer Hans-Joachim Schenk, das Saisonziel „Oben mitspielen“ zu erreichen. Gründe für das enttäuschende Abschneiden konnte Hagen als Co-Trainer der Reserve schnell finden. „Bei uns zogen sich Disziplinlosigkeiten und die falsche Einstellung wie ein roter Faden durch die Saison. Es ist bei einigen Spielern einfach Kopfsache, wie man auftritt“, nimmt der 46-jährige kein Blatt vor den Mund. Mit dem neuen Trainerteam um Manni Köning hoffe man nun, in der kommenden Spielzeit eine aufstiegsfähige Mannschaft aufzubauen.

Eine ordentliche Saison absolvierte dagegen die 3. Herrenmannschaft. Lange Zeit spielte das Team von Trainer Meik Schröder in der oberen Tabellenregion mit, ehe der Kontakt zur Spitze aufgrund von vielen Verletzten im Laufe der Saison abriss. „Die „Vierte“ muss sich im ersten Jahr nach der Neugründung in der Kreisliga C erst noch finden“, so Hagen.

Im Hinblick auf die Zukunft hofft der Seniorenobmann auf eine Bewegung in Richtung Bezirksliga. „Um eine gute Basis für eine erfolgreiche erste Mannschaft zu schaffen, müssen wir zwangsläufig die darunter gegliederten Teams Zug um Zug in stärkere Ligen führen.“ Deshalb sei das Ziel eindeutig: „Wir wollen oben angreifen und - wenn möglich - unter die ersten Drei kommen.“

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