1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Gardetanz der "Roten Husaren" gefiel der Kanzlerin

  6. >

Karneval im Kreis Steinfurt

Gardetanz der "Roten Husaren" gefiel der Kanzlerin

Neuenkirchen. Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Dienstagmorgen, vier Uhr Uhr früh, und das im tiefen Winter: Abfahrt mit dem Reisebus in die Bundeshauptstadt mit 46 Mitgliedern der „Roten Husaren“ – wenn das nicht schon ein Auftritt ist. Den werden sie an diesem Tag haben. 40 Mädchen der Aktivengarde mit ihren Betreuerinnen und Betreuern arbeiteten in den letzten Wochen...

wn

Neuenkirchen. Neuenkirchen. Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Dienstagmorgen, vier Uhr Uhr früh, und das im tiefen Winter: Abfahrt mit dem Reisebus in die Bundeshauptstadt mit 46 Mitgliedern der „Roten Husaren“ – wenn das nicht schon ein Auftritt ist. Den werden sie an diesem Tag haben. 40 Mädchen der Aktivengarde mit ihren Betreuerinnen und Betreuern arbeiteten in den letzten Wochen gezielt darauf hin. Schließlich wird man nicht jeden Tag von der Bundeskanzlerin empfangen. Das WDR-Fernsehen ist mit im Bus. Die wollen im Regionalmagazin „Lokalzeit Münsterland“ darüber berichten.

Ist echt aufregend, finden zumindest die Jüngsten der Garde. Melanie Hagemann- Mohr, die Trainerin, ist nicht mit im Bus. Weil sie vor sieben Wochen eine kleine Tochter zur Welt brachte, muss sie ein bisschen anders disponieren. Mit ihrem Mann, der soll ja schließlich auch dabei sein, hat sie schon tags zuvor mit dem Pkw die Reise ins 500 km entfernte Berlin angetreten. „Wenn die Kleine (Säugling Lina Luisa) gesund bleibt, bin ich dabei. Dann reisen wir mit der Familie schon am Montag und übernachten im Hotel, das sich in unmittelbarer Nähe zum Kanzleramt befindet“, sagte sie der Münsterländischen Volkszeitung am Wochenende.

Der „Bund Deutscher Karneval“ mit dem BDK-Präsidenten Volker Wagner wird in jedem Jahr mit etwa 250 Personen in der Karnevalssession von Angela Merkel empfangen. Das ist inzwischen schon gute Tradition im Bundeskanzleramt. Die Berliner sagen: „Sie will damit ein wenig westliche Karnevalsstimmung nach Berlin holen“. Wie auch immer, in diesem Jahr hatten die Verantwortlichen des BDK beschlossen, den vierfachen Deutschen Meister im Gardetanz dabei zu haben, dessen Schirmherrin doch ohnehin die Kanzlerin ist. Der Tanz der „Roten Husaren“ soll der Höhepunkt zum Abschluss des Empfangs bei Frau Merkel sein.

„Der Auftritt in Berlin kommt gerade zur rechten Zeit, denn alle sind im Training, wir befinden uns doch mitten in der Session. Da werden wir in Berlin eine gute Präsentation bieten“, ist Melanie Hagemann-Mohr optimistisch.

Wenn Angela Merkel im Kanzleramt Ehrengarden abschreitet, ist das meistens eine steife und ernste Sache. Ganz anders dagegen der Empfang der Tanzgarde im Kanzleramt. Merkel strahlte! Das lag nicht nur an den bunten Kostümen. Die Kanzlerin, in letzter Zeit oft genervt, wirkte gelöst und plauderte entspannt mit Funkenmariechen und Aktiven. Angela Merkel ist der Meinung, die Karnevalisten seien das ganze Jahr über aufmerksame Zeitgenossen, und an die Narren gewandt sagte sie: „Ich vermute, die Bundesregierung bietet diesmal auch ein paar Anregungen für die Büttenreden“. Zur Darbietung der „Roten Husaren“ meinte sie, ihr Dienstsitz könne durchaus ein bisschen frischen Wind gebrauchen.

Der Präsident des Bundes Deutscher Karneval, Volker Wagner, verlieh der Kanzlerin den Orden der „Närrischen Europäischen Gemeinschaft“. Merkel bedankte sich mit einem amüsanten Versprecher: „Wir in Brüssel. . .“ und korrigierte sofort: „Wir in Berlin . . . freuen uns über fröhliche Menschen, denn das sind in der Regel auch gute Menschen. Andere zum Lachen zu bringen ist eine besondere Gabe“.

Auch in der Berliner Tagespresse findet der Auftritt seinen Widerhall: Große Fotos in der „Berliner Morgenpost“ und im „Berliner Tagesspiegel“ zeigen die „Roten Husaren“ mit der Kanzlerin.

Startseite