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Gedränge auf dem Golf-Platz

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Noch heißt das Segment der Kompakten zwar Golf-Klasse. Und nach wie vor stellen der VW Golf, der Opel Astra und der Ford Focus den größten Zulassungsanteil in einem Marktbereich, den Analysten wie Nick Margetts vom Marktforscher Jato Dynamics als den mit großem Abstand wichtigsten in Deutschland bezeichnen. „Doch das Volumen schrumpft, und die Vormachtstellung der heimischen Hersteller schmilzt“, sagt Margetts. In diesem Jahr fahren die Importeure groß auf und drängen mit zahlreichen Neuheiten auf den Golf-Platz.

„Speziell die Konkurrenz aus Asien hat ihre Hausaufgaben gemacht. Sie wird dafür sorgen, dass der schon für nächstes Jahr erwartete Nachfolger des Golf keine so dominante Vormachtstellung mehr erreichen wird, wie das früher der Fall war“, sagt auch Henner Lehne vom Prognosespezialisten CSM.

Zu den wichtigsten Herausforderern zählt der Toyota Auris. Ihn gibt es zunächst als Drei- und Fünftürer mit drei Benzinern und zwei Dieseln, die ein Leistungsspektrum von 71 kW/97 PS bis 130 kW/177 PS abdecken.

Ebenfalls große Hoffnungen in der Kompaktklasse macht sich Kia mit dem Cee'd, der als erstes Auto der Koreaner in Europa entwickelt wurde und auch hier vom Band läuft. Er steht seit Januar mit ebenfalls fünf Motoren von 66 kW/90 PS bis 105 kW/143 PS beim Händler und kostet mindestens 14300 Euro.

Ebenfalls ein Europäer mit asiatischen Wurzeln ist der Quashqai, mit dem Nissan Ende Februar zu Preisen ab 19790 Euro einen neuen Anlauf in der Kompaktklasse nimmt. Weitere japanische Neuheiten in der Kompaktklasse sind der Dreitürer und der sportliche Type R beim Honda Civic und das für den Genfer Salon angekündigte Stufenheck des Suzuki SX4.

Aber auch die Europäer wollen es wieder wissen und rollen viele Neuheiten in die Kompaktklasse. Den Anfang macht Fiat mit der Rückkehr des Bravo, der den Stilo ersetzt. Er wird nach Angaben des Unternehmens rund 15400 Euro kosten. Später im Jahr wird es als wichtigen Wettbewerber auch einen neuen Peugeot 308 geben, den der französische Hersteller zur Internationalen Automobilausstellung im September in Frankfurt in Aussicht gestellt hat.

Die deutschen Platzhirsche kontern diese Bemühungen zunächst nur mit Pflege und Ausweitung der aktuellen Modellpalette. Opel hat den Astra überarbeitet und nach Angaben von Markenvorstand Alain Visser mit aufgefrischtem Design und sparsameren Motoren an den Start geschickt. VW hat die Golf-Familie um einen Kombi ergänzt; bei Ford ist dem Vernehmen nach „ein sportlicher Focus ST in der Pipeline“.

So viele Hoffnungen sich die Importeure auch machen, viele Chancen räumt ihnen Margetts in der Kompaktklasse nicht ein und zitiert zum Beweis die Zulassungsstatistik: „Renault Mégane, Toyota Corolla und Mazda3 kamen als stärkste Importmodelle des vergangenen Jahres auf 66000 Zulassungen und konnten damit nicht einmal gemeinsam der 71000 Mal verkauften Mercedes A-Klasse das Wasser reichen“. (gms)

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