1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Gefahr lauert beim Landen - Laser-Attacken auf Piloten häufen sich

  6. >

Gefahr lauert beim Landen - Laser-Attacken auf Piloten häufen sich

wn

Berlin - „Wie einen Blitz“ müsse man sich einen Laserstrahl vorstellen, der frontal auf ein Flugzeugcockpit gerichtet wird, erklärt Jörg Handwerg von der Pilotenvereinigung Cockpit. Seit Monaten häufen sich Vorfälle auf deutschen Flughäfen, bei denen landende Flugzeuge mit sogenannten Laserpointern angestrahlt werden.

Gerade in der Nacht, wenn die Pupillen des Piloten stark erweitert sind, sei dies lebensgefährlich. „Man sieht erstmal nichts mehr“, sagt Handwerg, „wie wenn man in einem abgedunkelten Raum sitzt, in dem plötzlich das Licht angemacht wird.“ Im Cockpit kann dies fatale Folgen haben.

„In den vergangenen Wochen häuften sich die Vorfälle“, bestätigt auch Kristina Kelek, Sprecherin der Deutschen Flugsicherung, gestern. „Wir bewerten das als sehr gefährlich.“ Ihr seien Meldungen über Blendversuche aus Berlin, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und Saarbrücken bekannt. Der Flughafen Münster-Osnabrück ist bislang nicht betroffen. „Uns ist hier nichts bekannt“, erklärte die stellvertretende Pressesprecherin Silvia Rose-Becker auf Anfrage.

Die Piloten melden den Vorfall in der Regel den Fluglotsen, diese schalten die Polizei ein. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung analysiert derzeit einen Fall, bei dem es zu einer „Störung“ kam, teilte der Leiter Ulf Kramer mit.

Dummejungenstreich oder schwere Straftat? „Das ist vergleichbar mit den Steinewerfern von Brücken“, sagt Kelek. Laut Strafgesetzbuch handelt es sich bei den Laser-Attacken um gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr, die laut Paragraf 315 des Strafgesetzbuchs mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet werden können.

Der Landeanflug sei eine der heikelsten Situationen beim Flug, erklärt Handwerg. Dort sei der Pilot in einer „Phase der höchsten Konzen­tration“, bei der kleinsten Ablenkung könne es zu Unfällen kommen. Auch der Autopilot helfe bei der Landung nicht.

Der Anstieg hänge vermutlich damit zusammen, dass auch stärkere Laser mit mehr als zehn Milliwatt heute viel einfacher und billiger zu haben seien, meinte Handwerg. Der Strahl von solchen Laserpointern ist intensiv und kann für das menschliche Auge mit zunehmender Stärke gefährlich werden.

Startseite