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IVZ-Lokalfenster - Tecklenburger Land

Gefahrgutlaster verunglückt

Frank Klausmeyer

Mettingen/Westerkappeln - - Ein Gefahrguttransporter ist am Dienstagabend auf der Mettener Straße verunglückt. Der Tanklastwagen hatte rund 25 Tonnen hochätzende Natronlauge geladen. Es sei bei dem Unfall aber keine Flüssigkeit ausgelaufen, berichtete Udo Potthoff, Sprecher der Kreispolizeibehörde.

Der Lkw war gegen 19.45 Uhr auf den unbefestigten Seitenstreifen geraten, pflügte sich mit den rechten Rädern entlang der Leitplanke durchs Erdreich und kam nach etwa 80 Metern vor einem Baum zum Stehen. Der 45-jährige Fahrer ist unverletzt geblieben.

Der Unfall ereignete sich noch auf Mettinger Gebiet zwischen dem Felsenkeller und dem Ackerweg direkt an der Westerkappelner Gemeindegrenze. Die Straße wurde für die Bergungs- und Aufräumarbeiten zwischen Höveringhausener Kirchweg und Langenbrücker Straße gesperrt, der Verkehr musste umgeleitet werden. Die Sperrung blieb bis Mittwochnachmittag bestehen, weil der Lastwagen die Fahrbahn blockierte.

Um eine Gefährdung durch austretende Flüssigkeit zu verhindern, wurde die Natronlauge noch in der Nacht in ein anderes Fahrzeug umgepumpt. Natronlauge wirkt auf der Haut stark ätzend und selbst stark verdünnt kann die Hornhaut der Augen so geschädigt werden, dass es zur Erblindung kommt.

Um das Fahrzeug aus dem Graben zu ziehen, wurde ein Spezialkran angefordert. Für dessen Einsatz mussten einige Äste frei geschnitten werden.

Die Freiwillige Feuerwehr Mettingen wurde gegen 20.30 Uhr von dem Unfall informiert und rückte mit insgesamt 48 Einsatzkräften aus, wie Mettingens Wehrführer Jörg Stentzel mitteilte. Die Kameraden unterstützten bis gegen 3 Uhr die Bergungsarbeiten. „Wir haben den Einsatzort ausgeleuchtet und gesichert“, sagt Stentzel. Das sei nicht einfach gewesen, da auch die Feuerwehr wegen der gefährlichen Flüssigkeit einen Sicherheitsabstand von 50 Metern zum verunglückten Fahrzeug halten musste, berichtet der Gemeindebrandinspektor. Der Nebel habe die Arbeiten zusätzlich behindert.

Bereits am Mittwochmorgen begannen Mitarbeiter der Straßenmeisterei des Kreises mit der Reparatur der Leitplanke und Verstärkung des schmalen Seitenstreifens. Den hier entstandenen Sachschaden schätzte Thomas Appelhans, Bauhofleiter der Kreisstraßenmeisterei in Ibbenbüren auf mindestens 5000 Euro.

In der Vergangenheit hat es auf der engen Kreisstraße (K 33) immer wieder ähnliche Unfälle gegeben. „Die Banketten halten um diese Zeit nichts aus. Die sind völlig durchgeweicht. Wer da mit einem 40-Tonner drüber fährt, ist verloren“, warnt Appelhans.

In diversen Kurven hat der Kreis in den vergangenen Jahren deshalb Rasengittersteine verlegt, um die Seitenstreifen zu stabilisieren - eine Maßnahme die sich offensichtlich bewährt hat.

Die Mettener Straße zu verbreitern - auch um für Fußgänger oder Radfahrer mehr Sicherheit zu schaffen - ist dagegen wohl schwierig. „Das wäre mit erheblichen Kosten verbunden“, gibt Thomas Appelhans zu bedenken. „Teilweise wäre das aus Platzgründen auch gar nicht möglich.“

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