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Norbert Röttgen führt die Landes-CDU

Gelungener Neuanfang

wn

Das Konzept ist aufgegangen: Norbert Röttgens Werben um einen personellen Neuanfang hat funktioniert. Der Wunschkandidat der CDU-Basis ist neuer Landesvorsitzender, er startet zugleich aber mit einem neuen Führungsteam. Sicher, es gehören auch alte Namen dazu - aber in neuer Funktion. Mit der Einbindung der Fraktionsspitze, Karl-Josef Laumann und Armin Laschet, in die Parteiführung macht Röttgen frühere Konkurrenten zu Mitspielern. Damit sichert er sich Rückhalt bei den Hauptakteuren auf der landespolitischen Bühne, die er sich erst zu eigen machen muss. Dass er mit Michaela Noll und dem Junge-Union-Chef Sven Volmering zwei neue Stellvertreter bekommen hat, gibt Röttgen für den Neuanfang in der CDU weiteren Schub.

Er wird ihn noch brauchen können, denn das denkbar knappe Wahlergebnis für Oliver Wittke ist in Parteitagsarithmetik gerechnet eine Abstrafung. Das deutliche Signal der Delegierten: Sie wollen ihrem neuen Vorsitzenden kein blaues Auge schlagen, treten ihm aber heftig vors Schienenbein. Ein fetter blauer Fleck bleibt in jedem Fall zurück. Röttgen wird seinen Generalsekretär noch ein wenig einnorden müssen, damit er sich Peinlichkeiten a la „Bürger zum Besen“ nicht wieder leistet. Das schadet der Glaubwürdigkeit, die er für die Neuausrichtung der Landespartei dringend braucht. Einen Vertrauensbonus hat ihm die Partei nicht gegeben, sondern nur ein Fiasko durch ein noch schlechteres Ergebnis erspart.

Für Röttgen heißt dies zweierlei: Aus Berlin wird die Parteiführung schwer. Und: Die auch hinter den Kulissen laufenden Personalquerelen untergraben nicht die Geschlossenheit der Partei. Trotz Fraktions- und Flügelkämpfen kann er auf die Basis der CDU zählen, die ihn im Neustart eben nicht hängen lässt.

Der neue Parteichef ist angetreten, die CDU in NRW zu einem „Ort der Diskussion“ und damit zum Impulsgeber zu machen. Für dieses Konzept stehen die beginnenden Regionalkonferenzen zur Schulpolitik. Daran wird sich zeigen, wie weit sich die Landespartei von Röttgen inspirieren lässt. Gelingt ihm dies, wird die CDU sich nicht nur einfach auf der Politbühne zurück melden. Sie wird sich zugleich ein neues Profil geben. Dann folgt auf den personellen ein inhaltlicher Neuanfang.

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