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MARIENSCHULE MÜNSTER

Gentechnik: Eine lebensnotwendige Erfindung?

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Gentechnik steht immer wieder in der Kritik. Doch nicht nur Umweltorganisationen wie z.B. Greenpeace lehnen die Gentechnik ab, sondern auch 80 Prozent der Bundesbürger. In Deutschland wurde im vergangenen Jahr auf 2700 Hektar Gen-Mais angebaut. Das sind zwar nur 0,15 Prozent der gesamten Maisanbaufläche. Doch was heißt Gentechnik überhaupt, wo ist was erlaubt und was sind die Ziele?

Grüne Gentechnik bedeutet die gentechnische Veränderung einer Pflanze durch ein Gen. Alles was lebt oder gelebt hat, enthält Gene. Menschen, Tiere, Pflanzen, Bakterien usw. Gene bestimmen unser Aussehen und unsere Eigenschaften. Durch das Einsetzen eines bestimmten fremden Gens in eine Pflanze kann nicht nur die Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge, Hitze, Kälte oder Krankheiten erhöht werden, sondern es können auch die Inhaltsstoffe verändert werden, so dass z.B. mehr Vitamine in der Pflanze sind.

Beispielsweise erhofft man sich durch Maissorten, die gegen Parasiten resistent sind, enorme Einsparungen, u. a. weil man weniger chemische Spritzmittel braucht, also fungizide bzw. insektizide. Dies soll vor allem den ärmern Bauern helfen. Da das Saatgut von gentechnisch veränderten Lebensmitteln jedoch sehr teuer ist, können es sich viele Bauern nicht leisten.

Weltweit wurden im Jahr 2007 114 Mio. Hektar gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut, davon 57,7 Mio. Hektar in den USA, 19,1 Mio. Hektar in Argentinien und 15 Mio. Hektar in Brasilien. Zum Vergleich: Die Fläche von Deutschland beträgt 35 Mio. Hektar. In Europa ist bis jetzt nur der Anbau von gentechnisch verändertem Mais erlaubt. In Deutschland muss der Abstand zum nächsten gentechnikfreien Feld mindestens 150 Meter betragen. Viele Umweltverbände fordern jedoch 800 Meter oder mehr. Wenn sich die Samen der gentechnisch veränderten Pflanzen erst einmal verbreitet haben, kann die Vermischung nicht mehr rückgängig und kontrollierbar gemacht werden.

Obwohl bereits 1994 die ersten gentechnisch veränderten Lebensmittel angebaut wurden, kann man Langzeitfolgen für die Menschen und die Umwelt immer noch nicht einschätzen. Viele Menschen, vor allem in den USA, essen z.B. Genmais seit Jahren, ohne davon krank geworden zu sein. Das halten Befürworter der Gentechnik für den Beleg, dass der Verzehr von gentechnisch veränderten Lebensmitteln ungefährlich ist. In Deutschland müssen solche Lebensmittel besonders gekennzeichnet werden.

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