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Geschichte der KG Freudenthal von 1833

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Die KG Freudenthal ist die älteste Karnevalsgesellschaft in Münster und die zweitälteste in ganz Deutschland. Nur die "Roten Funken" von 1823 aus Köln erheben den Anspruch noch älter zu sein. Aber - der münsterische Karneval ist noch viel, sehr viel älter.

Die christliche Mythologie geht davon aus, dass der karnevalistische Ursprung bereits im Altertum, und zwar in den Festlichkeiten am Vorabend zu Epiphanias und zur österlichen Fastenzeit zu suchen ist. Durch das karnevalstreiben der Gilden und Zünfte sowie hernach des Adels galt ganz Münster seit dem frühen Mittelalter als "die" westfälische Karnevalshochburg.

Selbst die Wiedertäufer, die in den Jahren 1534/35 ihre Schreckensherrschaft in Münster errichteten und vieles vernichtet haben, was den Bürger der Stadt lieb und wer war, blieben - was sie damals ausdrücklich betonten - der jahrhundertealten Sitte treu: Sie feierten Karneval und veranstalteten auch Rosenmontagsumzüge. Der "Westfälische Friede von Münster und Osnabrück" beendete den fürchterlichen 30jährigen Krieg. Fünf Jahre hatte der Kongreß gedauert. Aber - in diesen fünf Jahren wurde nicht nur ernsthaft verhandelt; nein, die europäischen Gesandten suchten auch ausschweifende Gelage, Gastereien und andere Lustbarkeiten, vornehmlich zur Karnevalszeit. Den Münsteranern kam dies gerade recht. Als die Friedensglocken läuteten, feierten alle Kongreßteilnehmer und die gesamte Bevölkerung in überschäumender Freude.

Der spanische Grande Hauptbevollmächtigter beim Westfälischen Frieden, Caspar de Braccamonte y Gusmann, Graf de Peneranda, der eigentlich nur mit Widerstreben nach Münster gekommen war, war am Ende so begeistert von der westfälischen Metropole, daß er 1648 in einem Brief an seine Frau nach Hause schrieb: "Ganz Münster ist ein Freudenthal" Er konnte nicht ahnen, daß er fast 200 Jahre später mit dieser Feststellung zum Taufpaten einer neuzeitlichen Karnevalsgesellschaft in derselben Stadt werden würde. Immer öfter hatte sich der Rat der Stadt Münster genötigt gesehen, das allzu wüste Karnevalstreiben einzudämmen, beziehungsweise in den Jahren 1565 und dann noch einmal 1601 gänzlich zu verbieten.

Aber - es lebte immer wieder auf!

Volksbräuche und alte Sitten lassen sich nun mal nicht unterdrücken; zumal nicht in einer Stadt mit so fröhlichen Charakter, wie der westfälischen Metropole mit dem ihr umgebenden, deftigen Münsterland. War im 18. Jahrhundert der Adel führend gewesen in der Pflege eines gesellschaftlichen Karnevals, so taten sich im frühen 19. Jahrhundert einige der vornehmsten Bürger zusammen, um den alten münsterischen Karneval, die fröhliche Geselligkeit nach gut münsterscher Art und Sitte wieder zu Ehren zu bringen und hochzuhalten.

Sie gründeten im Jahr 1833 die Gesellschaft Freudenthal mit dem aus allen noch erhalten gebliebenen Dokumenten zu erkennenden Anspruch, das gesamte Münster und das Münsterland - von nun an "Freudenthal" genannt - zu vertreten. Damals betrachteten sich die Freudenthaler sozusagen als närrisches Parlament der Stadt Münster. Münster war ihnen stets gleichbedeutend mit "Freudenthal an der Aa".

Die ersten Sitzungen und Maskenbälle fanden im Hotel der Gebrüder Gerbaulet "König von England" am Prinzipalmarkt statt und nachher im Oberrechter Gasthof "Zur Stadt Amsterdam" an der Neubrückenstraße. Eine Zeitlang stand hier das Hauptquartier der bürgerlichen Fastnacht neben der Hochburg der aristokratischen Ballfastnacht, die im Komödienhaus residierte. Später siedelte man über zum Krameramtshaus, einem der Zentralpunkte der mitteralterlichen Zünfte-Fastnacht.

Nicht vollständig bekannt sind die Freudenthal-Präsidenten aus dem vorigen Jahrhundert. Erst ab 1899 gibt es eine lückenlose Auflistung. Als Jubelpräsidenten gingen in die Geschichte Freudenthals ein: Julius Feldhaus (100 Jahre), Eduard Hagedorn (125 Jahre) und Karl-Heinz Voß (150 Jahre). Nach dem zweiten Weltkrieg 1945 war es der unvergessene Jans Gillhaus, der als Präsident das Zepter schwang und unser geliebtes Freudenthal wieder mit Leben füllte.

Seit April 2001 leitet Thomas Straßburg als Präsident die Geschicke Freudenthals.Die Gründungsväter Freudenthals hatten 1833 das Ziel, dem über die Stränge schlagenden, ausschweifenden Karnevalsunfug einen bodenständigen, gesitteten, öffentlichen Karneval gegenüber zu stellen. Heute sieht die KG Freudenthal ihre Aufgabe in erster Linie darin, das heimatliche Brauchtum im allgemeinen und den münsterschen Karneval speziell zu fördern durch Pflege von Humor, Witz und Frohsinn.

"We Karneval nich unwies is, de is dat heele Joahr nich wies", sagt man in Münster. Womit sicherlich zu recht gesagt ist, erst die Möglichkeit zur Gewinnung der vollen Lebensfreude schafft. Der von unserem Jubelpräsidenten Karl-Heinz Voß geprägte Leitspruch ist auch heute aktueller denn je:

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