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Ferienregion Osnabrücker Land 2007

Geschichten vom „Laerschen Piepstein“

wn

Vor vielen Millionen Jahren war die Gegend um Bad Laer von einem großen Binnenmeer bedeckt, das nach dem Ende der Steinkohlenzeit vom Ozean her über das Nordseebecken Nordwestdeutschland überflutete. Das Alter dieses Meeres konnte anhand von versteinerten Muscheln, Schnecken und anderen Schalentieren, die häufig im Blomberg gefunden wurden, festgestellt werden.

Der erhärtete Schlamm des Meeres wurde zu Stein. Solche Kalksteine bilden den Blomberg und sinken von hier aus nach Süden unter die Münstersche Bucht ein. In den Klüften dieser Schichten stieg die Sole des Heilbades nach oben. Sie wird durch Kohlensäuregas hochgedrückt, reichert sich dabei mit Kalk an und tritt am Fuße des Blombergs aus.

Vor rund 10000 Jahren begann die Sole den „Laerschen Piepstein“ abzusetzen. In dem viele Hektar großen, dichtbewachsenen Sumpfgebiet wurden die Pflanzen durch den Kalk verkrustet, starben ab und hinterließen die für den „Laerschen Piepstein“ so charakteristischen Röhren. Auf der bis zu sechs Meter mächtigen Piepstein-Felsplatte steht der Ortskern von Bad Laer. Dieser Piepstein ist in früheren Jahrhunderten gebrochen und als Baustein verwendet worden. Die Steine sind sogar über Deutschland hinaus exportiert worden. Noch im vorigem Jahrhundert wurde Laer „Steinlaer“ oder Steenloar“ genannt.

Besucher können auf den Spuren der Geschichte im Heimatmuseum die Entwicklung des Piepsteines und seiner Verwendung anhand von Originalstücken, Bildern, Karten und einem großen dreiteiligen Panorama erfahren.

Von beachtlichem Ruf ist auch die Geschiebesammlung. Sämtliche Steine stammen aus Bad Laer. Sie sind im Gebiet der Heideseen und des Kalvarienberges gefunden worden. Ursprünglich kamen sie aus Skandinavien und dem Ostseeraum. Von dort haben sie die Eiszeitgletscher mitgebracht.

Neben den vielen interessanten Gerätschaften aus der Laerschen Geschichte, sollten Gäste unbedingt auch den „Leinenraum“ mit einem Originalwebstuhl aus dem 18. Jahrhundert bewundern.

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