1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Geständnis und Reue der jugendlichen Täter - Opfer kann sich nicht erinnern

  6. >

Prozessauftakt zu brutalem Raubüberfall

Geständnis und Reue der jugendlichen Täter - Opfer kann sich nicht erinnern

Münster - Zum Prozessauftakt wegen des brutalen Raubüberfalls auf einen 30-jährigen Münsteraner haben sich zwei der drei angeklagten Jugendlichen zur Tat eingelassen. Dabei hat der 18-Jährige den mitangeklagten 17-Jährigen schwer belastet. Er habe dem Opfer mehrfach ins Gesicht getreten. Der 17-Jährige wird nach der Verhandlungspause ebenfalls noch gehört. Aussagen soll heute...

wn

Münster - Zum Prozessauftakt wegen des brutalen Raubüberfalls auf einen 30-jährigen Münsteraner haben sich die drei angeklagten Jugendlichen zur Tat eingelassen. Ein 16-, ein 17- und ein 18-Jähriger hatten einen 30-Jährigen Mann schwer verprügelt und ihm Handy und Geldbörse geraubt. Der 17-Jährige hatte dem Opfer mehrfach ins Gesicht getreten. Alle drei Jugendlichen im Alter von 16 bis 18 Jahren entschuldigten sich während der Verhandlung beim Opfer. Sie sagten ihnen tue ihre Tat leid und verabschiedeten sich von ihren Müttern unter Tränen aus den Gerichtssaal. Der als Haupttäter geltende 17-Jährige räumte in seiner Aussage die Tritte gegen Kopf des Opfers ein, nachdem er zuvor schon vom 18-jährigen Mitangeklagten schwer belastet worden war. Er sagte, er habe "aus Wut zugetreten". Er habe sich nach einem Streit mit seinem Sitznachbarn, dem späteren Opfer, provoziert gefühlt. Der Mann habe sich im Nachtbus zwar umgesetzt, ihn aber weiter provozierend angeguckt. Zu den Tritten kam es dann auf dem Parkplatz einer Musikschule. Ausgesagt hat heute ebenfalls der 30-jährige Martin H., der als Opfer der Gewalt-Attacke tagelang in Lebensgefahr schwebte. Er könne sich an nichts erinnern, sagte er. Deswegen hege er auch keine Rachegefühle. Er wolle aber eine gerechte Strafe für die Täter. Als sichtbarer Beweis für die schlimmen Verletzungen hat der 30-Jährige eine bleibende Narbe am Kopf behalten. Auslöser der Tat soll ein an sich harmloser Streit im Bus gewesen sein, in dem sich mutmaßliche Täter und Opfer trafen. Einer der Jugendlichen habe sich versehentlich auf die Hand des Opfers gesetzt. Danach sei es zu einem verbalen Scharmützel gekommen. Die Angeklagten hatten dem bewusstlosen Mann nach Erkenntnissen der Ermittler das Handy und das Portemonnaie mit Bargeld in Höhe von rund 80 Euro entwendet und ihn in einer einsamen Parkplatzzufahrt zurückgelassen. Hier wurde der Mann, der bei dem Angriff lebensbedrohliche Kopfverletzungen erlitten hat, bereits nach wenigen Minuten von Passanten gefunden worden. Die Tat hatte für große Bestürzung in der Bevölkerung gesorgt. Wenige Tage nach der Tat hatte die Polizei die drei Jugendlichen dank der Hilfe von Zeugenaussagen verhaften können Die 1. Große Strafkammer hatte für die Hauptverhandlung zunächst sieben Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wird voraussichtlich am 9. Juni verkündet.

Startseite