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Gesundheit – das höchste Gut

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Ahlen. Er ist nicht nur der „Juppa“, der wöchentlich seine Kolumne in der „AZ“ hat, sondern ein rüstiger „68er“, der ständig auf Reisen ist: Dieter Massin. Unzählige Ehrenämter bekleidet der 68 Jahre junge Ahlener, der zusammen mit seinem Vater Willy wie kaum ein anderer die Leichtathletik-Szene in der Wersestadt geprägt hat. Seit Jahren ist der Name Massin auch international ein Begriff. Kein Wunder, stellt sich Dieter Massin doch am 29. Juli in Ljubljana (Slowenien) zur Wiederwahl als Präsident des Europäische Seniorenverbandes (European Veterans Athletics Association, EVAA). Redaktionsmitglied André Fischer sprach mit ihm.

Herr Massin, wann starten Sie durch nach Slowenien?

Massin: Am Montag geht es los. Vom 23. Juli bis zum 3. August finden in Ljubljana die 16. Europameisterschaften der Senioren statt. Am 29. Juli sind zeitgleich die Wahlen zum Präsidenten.

Sie werden zum zweiten und wohl auch zum letzten Mal antreten, richtig?

Massin: Das stimmt. Seit 2002 habe ich diesen Posten inne. 2004 aber wurde der Verband neu gegründet, mit der Folge, dass es auch neue Satzungen gab. So sind es mittlerweile sechs Jahre, die ich dabei bin, obwohl der Präsident eigentlich immer nur für vier Jahre gewählt wird. Die Wahl selbst ist nur eine Formsache. Also werde ich noch bis 2012 an der Spitze stehen, dann wäre laut Satzung und aus persönlichen Gründen Schluss. Ich halte nichts von dem Zitat: „Bis dass der Tod uns scheidet!“

Neben Ihnen werden auch zwei Athleten aus Ahlen an der EM teilnehmen.

Massin: Das ist richtig. Manfred Kreutz und Dirk Kaldewei werden die heimischen Farben im Gehen vertreten. Ich denke, dass der Manfred sogar gute Chancen auf eine Medaille hat.

Welche Ziele haben Sie sich in den kommenden Jahren als Präsident gesetzt?

Massin: Zunächst liegt mir persönlich am Herzen, dass die Meisterschaften nicht ausufern. Zuletzt bei den Weltmeisterschaften in Riccione im vergangenen Jahr waren fast 9000 Teilnehmer gemeldet. Das ist zu viel und organisatorisch kaum leistbar. Hier müssen Richtwerte für die Athleten eingeführt werden. Darüber hinaus lege ich großen Wert auf die Sicherheit der Aktiven in technischer und medizinischer Sicht. Viele Athleten nehmen sich oft zu viel vor. Die Gesundheit hat absolute Priorität.

Apropos zu viel vornehmen: Der Tod der beiden Männer beim Extrem-Berglauf auf die Zugspitze am Sonntag geht vor allem auf Unterkühlung der Sportler zurück.

Massin: Das meine ich. Man überschätzt sich und schon ist es zu spät. Das ist mehr als tragisch.

Die EVAA steht für einen sauberen, sprich dopingfreien Sport. Werden die Kontrollen in Zukunft weiter verschärft?

Massin: Wir sind keine Jäger und Richter. In erster Linie wollen wir den Sportlern helfen. Es gibt zahlreiche Medikamente, die auf der Roten Liste stehen, ohne dass der Sportler selbst oder der Hausarzt darüber bescheid wissen. Hier sind wir gefordert, in dem wir die Aktiven darauf hinweisen, das Medikament genau zu hinterfragen. Vielleicht gibt es Alternativen.

Die nächste EM 2010 findet in Nyiregyhaza (Ungarn) statt. Für 2012 haben sich dann erstmals mit Zittau, Bogatynia (Polen) und Hradek (Tschechien) drei Städte beworben. Ein Novum?

Massin: In der Tat. Im Fußball gab es bislang maximal zwei Länder, die eine Meisterschaft ausgerichtet haben, zuletzt Österreich und die Schweiz. Ich finde das fantastisch, auch, weil mich mit Zittau viel verbindet.

Was genau?

Massin: Dort begann einst meine leichtathletische Karriere als 16-Jähriger. Und dort wird sie auch wohl enden, als Präsident des Europäischen Verbandes. Ich freue mich auf Zittau.

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