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Gewaltige Schlammlawine begräbt „hunderte“ Menschen

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Peking – Einen Tag nach einer gewaltigen Schlammlawine in Nordchina galten am Dienstag mehrere hundert Menschen als vermisst. Nach dem Unglück im Landkreis Xiangfen nahe Linfen (Provinz Shanxi) waren zunächst nur 34 Tote und 35 Verletzte bestätigt, doch sprach die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua von „hunderten Vermissten“. Über die Ursache gab es verwirrende Angaben. Das staatliche Arbeitsschutzamt in Peking berichtete von einem Dammbruch nach sintflutartigen Regenfällen. Die Wassermassen hätten flussabwärts ein volles Ablagerungsbecken eines Eisenerzbergwerkes bersten lassen. Die riesige Schlammlawine hat laut Augenzeugen „in wenigen Minuten einen Markt und Häuser weggerissen“.

Ein Bewohner in dem benachbarten Dorf Taosi wollte von „mindestens tausend Toten“ wissen. Der Markt, in dem viele Händler auch gewohnt hätten, sei weggeschwemmt worden, sagte der Mann telefonisch der Deutschen Presse-Agentur dpa in Peking. In der Marktanlage etwa 500 Meter unterhalb des Bergwerkes habe es auch ein großes Badehaus und einen Speisesaal für Grubenarbeiter sowie kleinere Restaurants gegeben. Ein Bürogebäude sowie zahlreiche Häuser in einem tausend Meter entfernt gelegenen Dorf seien ebenfalls von der 300 bis 400 Meter breiten Lawine aus Schlamm- und Erdmassen überrollt worden.

Mehr als 1000 Retter suchten in dem Schlamm, der teilweise mehrere Meter tief war, mit Stangen nach Opfern. Auf Fotos war zu erkennen, dass die Bergungstrupps aufpassen mussten, nicht selbst zu versinken. Örtliche Behörden weigerten sich auf Anfrage, eine Schätzung der Opferzahl zu geben. Der Dorfbewohner sagte der dpa, die Grube sei vor fünf oder sechs Jahren an einen privaten Besitzer verkauft worden. „Er hatte keine Ahnung von Werksschutz. Die Anwohner haben über die Gefahren des Dammes geklagt, aber er hat nichts getan.“

Nach amtlichen Angaben hatte die Tashan-Eisenerzgrube nicht einmal eine Betriebserlaubnis. Der Besitzer und acht Verantwortliche wurden festgenommen, wie Xinhua berichtete. Verschiedene Funktionäre, darunter der örtliche Parteichef und der Dorfvorsteher, seien wegen Missachtung ihrer Aufsichtspflicht entlassen worden, meldete die Staatsagentur. Viele Grubenarbeiter stammten nach Angaben von Dorfbewohnern aus der südwestchinesischen Provinz Sichuan, während die Händler in dem Markt aus der Gegend stammten.

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