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Gewalttat im Geistviertel - Frau in Wohnung erschlagen

Dirk Anger

Münster - Ein unscheinbares Reihenmittelhaus an der Weißenburgstraße: hellroter und gelber Klinker, Glasbausteine im Treppenhaus, weiße Küchengardinen. Eine ruhige Nachbarschaft ist das hier im Geistviertel. Schon seit mehr als 40 Jahren. Bis zu diesem Freitag.

Am Mittag gegen 12 Uhr findet ein Mann seine 59-jährige Schwester offensichtlich erschlagen in dem laut Klingelschild von zwei Parteien bewohnten Haus. Kurz danach treffen die vom Bruder alarmierte Polizei und der Notarzt am Tatort ein.

Die Polizei setzt sofort eine Mordkommission ein. Der erfahrene Kriminalist Ulrich Bux leitet die Ermittlungen. Staatsanwalt Stefan Lechtape sagt: „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den Täter für dieses Tötungsdelikt ausfindig zu machen.“

Die näheren Hintergründe der Bluttat sind bis zum Abend nicht klar. Die Frau soll sich zu Besuch in dem Haus aufgehalten haben. Die weiteren Ermittlungen konzentrieren sich zunächst auf das familiäre Umfeld, wie der Staatsanwalt sagt.

Die unmittelbaren Nachbarn an dem kleinen Privatweg, der von der Weißenburgstraße in Höhe der autofreien Siedlung abgeht, halten sich auf Nachfrage mit Informationen bedeckt. Nur so viel: Die Frau sei eigens aus Wiesbaden gekommen, sie habe etwas „in dem Haus zu erledigen gehabt“. Tatsächlich steht vor dem Haus, das Beamte der Spurensicherung in ihren weißen Anzügen den ganzen Nachmittag akribisch untersuchen, ein dunkelblaues Mercedes-Cabriolet mit Wiesbadener Kennzeichen. Die 59-Jährige selbst habe schon lange nicht mehr an der Weißenburgstraße gewohnt, berichtet ein Nachbar. Ansonsten wollen die Anlieger in der Stichstraße am Vormittag nichts Auffälliges bemerkt haben.

Heute soll die Leiche der Frau obduziert werden. Vieles spricht nach Einschätzung von Staatsanwalt Lechtape aber dafür, dass diese Untersuchung den Notarzt bestätigen wird. „Der hatte schwere Kopfverletzungen festgestellt, die wahrscheinlich tödlich waren.“ Die Ermittler gehen davon aus, dass die 59-Jährige am Freitag mit einem stumpfen Gegenstand in dem Haus getötet wurde. Ein Tatwerkzeug sei aber noch nicht gefunden worden, sagte Stefan Lechtape auf Nachfrage.

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