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Gewalttäter kommt auf freien Fuß

Günter Weber

Münster - Auch die dritte von der Staatsanwaltschaft in Münster beantragte nachträgliche Sicherungsverwahrung ist am Montag abgelehnt worden. Nachdem das Landgericht Münster bereits die umstrittene erneute Inhaftierung nach der Strafverbüßung gegen einen Vergewaltiger und einen Kinderschänder abgewiesen hat, kommt nun auch ein 34-jähriger Häftling, der 14 Jahre Haft verbüßt hat, im September frei.

Vergeblich hatte der Staatsanwalt versucht, das Gericht von der Gefährlichkeit des 34-Jährigen zu überzeugen. Der Mann sei aufgrund seiner psychischen Erkrankung eine Gefahr für die Allgemeinheit. Der Staat müsse seine Bürger vor solchen Tätern schützen.

Der 34-Jährige hatte in Borken Anfang August 1996 eine 16 Jahre alte Schülerin brutal getötet. Der Vorsitzende der zweiten Großen Strafkammer wies in seiner Urteilsbegründung auf die Entscheidungen des Bundesgerichtshofs und des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte hin. Demnach gilt ein sogenanntes Rückwirkungsverbot, weil die Maßregelung der Sicherungsverwahrung strafrechtlichen Charakter hat.

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