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Vorrunde Gruppe D

Glänzende DFB-Auswahl tanzt Australien beim 4:0-Triumph aus

Michael Schulte

Durban - Die Zwei vom Sommermärchen 2006 sind wieder da, und der Rest ist auch prächtig drauf. Lukas Podolski und Miroslav Klose führten die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Sonntagabend zu einem glanzvollen 4:0 (2:0)-Erfolg gegen Australien. Ausgerechnet das Duo, dem bei der Nominierung so mancher Kritiker eine Startberechtigung versagt hätte, leitete den gelungenen WM-Auftakt für die DFB-Elf mit ihren Treffern ein. Danach schraubten Thomas Müller und Cacau das Ergebnis noch auf 4:0. Die Truppe von Joachim Löw ist damit auf dem Kurs, den sie unbedingt einschlagen wollte, dem erfolgreichen. Ein toller Auftakt.

„Für uns zählt nur ein Sieg“, hatte Podolski vor der Partie erklärt, und der Kölner hielt Wort. In der achten Minute war er zur Stelle, als Müller einen klugen Rückpass gab und Podolski hart und technisch perfekt abschloss. Australiens Keeper Mark Schwarzer bekam eine Faust zwar noch hoch, konnte das Leder aber nur ins eigene Tor lenken.

Ein Tor zur rechten Zeit. Die Deutschen konnten nun darauf setzen, dass der Gegner die konsequente Defensive ein wenig lockern musste. Das spielte dem DFB-Team genau in die Karten. Vor allem Müller und Podolski rissen immer wieder Lücken in die gegnerische Abwehr, meistens vom spielfreudigen Mesut Özil in Szene gesetzt. Dieses Trio hatte sichtlich Spaß an der Offensive und kreierte Torchancen im Minutentakt.

Zunächst noch ohne krönenden Abschluss, weil Podolski einmal zu spät kam und Klose danach völlig freistehend kläglich vergab. Der Münchener hatte seinen Frustausbruch noch nicht ganz hinter sich, da segelte bereits die nächste Flanke (diesmal von Lahm) herein. Und die verwandelte er per Kopf zum 2:0, Australiens Torwart Mark Schwarzer half mit. Kloses Erleichterung nach diesem Treffer war zu spüren und zu sehen, Joachim Löws Freudenausbruch doppelt begründet. Endlich meldete sich der Torjäger a. D. mit einem Tor zu Wort.

Ein Torjäger wird Özil hingegen wohl nicht mehr. Zwei Mal wurde der Bremer von Müller bzw. Podolski so freigespielt, dass er nur noch den Torwart vor sich hatte. Beim ersten Mal überlupfte er Schwarzer etwas lässig, so dass Kapitän Lucas Neill noch vor der Torlinie klären konnte. Beim zweiten Mal hatte er den Schlussmann bereits umspielt, aber auch die Kontrolle über den Ball verloren. Zwei verschenkte Tore auf recht schlampige Art.

Die zweite Halbzeit war gerade zehn Minuten alt, da gab es den nächsten Tiefschlag für die Australier. Ihr Star und einziger Angreifer, Tim Cahill, sah nach einem Foulspiel an Bastian Schweinsteiger die Rote Karte. Schiedsrichter Marco Rodriguez aus Mexiko überzog in dieser Situation.

Die deutsche Mannschaft hat ihre Aufgabe gestern Abend sehr souverän erledigt. Die Defensive vor dem sicheren Manuel Nauer stand stabil, das defensive Mittelfeld hatte leichte Anlaufprobleme, war dann aber ein Garant für Qualität. Und der Angriff war richtig gut drauf, nur im Abschluss zu großzügig.

Denn nach dem Wechsel hätte Klose noch etwas für seine Torbilanz tun können, tat es aber nicht. Selbst Khedira stand vor seinem ersten Treffer, ließ ihn aber liegen. Zum Glück wurde der starke Müller für sein couragiertes Spiel belohnt, als er nach 68 Minuten von der Strafraumgrenze auf 3:0 erhöhte. Und Özil besann sich dann wieder auf das Vorbereiten von Toren, was der eingewechselte Cacau (70.) dankbar annahm.

Nun lief alles wie von selbst, so dass die deutschen Fans unter den 62 660 Besuchern ihre helle Freude hatten. Weitere Tore wollten nicht fallen, vielleicht sind sie aufgehoben für die nächste Partie gegen Serbien.

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