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Glättegefahr: Das Streusalz wird knapp

Münster - In Münster und anderen Städten des Münsterlandes gibt es offenbar kein Streusalz mehr. Das erfuhren die Westfaelischen Nachrichten. Der Engpass könnte sich danach schon bald auf die Straßensituation auswirken. Auch in Greven, in Steinfurt und in Ahlen gibt es derzeit schon Engpässe bei der Bestellung. "Wir haben natürlich schon zwei heftige Einsätze hinter uns"...

wn

Münster - Gefährlicher Engpass: In vielen Städten und Kreisen des Münsterlandes gibt es nach dem heftigen Wintereinbruch kein oder zu wenig Streusalz mehr für den Straßendienst. „Bei uns sind die Lager leer“, sagte ein Sprecher der Stadt Gronau. Auch Münster, Rheine und viele Städten des Kreises Steinfurt melden zum Teil dramatische Engpässe. „Wir bekommen nichts mehr“, sagt zum Beispiel der Leiter des Städtischen Betriebshofes in Steinfurt, Alfred Lange. „So etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Abhilfe ist nicht in Sicht.

Auch die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM) meldeten gestern, kein Streusalz mehr geliefert zu bekommen. Konsequenz: „Wir können bis auf Weiteres nur besonders gefährliche Stellen streuen“, sagte eine Stadt-Sprecherin.

Grund ist zum einen der starke Schneefall über den Jahreswechsel. „In diesem Winter müssen selbst flachere Regionen wie das Münsterland gestreut werden. Da werden an einem Wochenende schon mal 25 000 Tonnen Salz verbraucht“, sagte Bernd Löchter vom Landesbetrieb Straßen NRW, der für den Einsatz auf den Autobahnen, den Bundes- und Landesstraßen zuständig ist.

Ein weiterer Grund: Viele Städte und Gemeinden haben sich an den relativ milden Wintern der vergangenen Jahre orientiert und weniger Salz bestellt. „Das rächt sich jetzt bitter“, sagt ein Verkehrsexperte. Viele Zwischenhändler und Lieferanten wie zum Beispiel die DSD in Hannover oder Esco könnten die Nachfrage nicht erfüllen. „Viele gehen schon gar nicht mehr ans Telefon.“ Neue Bestellungen zum Beispiel aus Chile oder Russland dauerten mindestens vier Wochen - zu spät für den aktuellen Wintereinbruch.

Besser vorbereitet sind dagegen andere Städte. Rechtzeitig vor dem Frost wurden zum Beispiel in Lüdinghausen 300 Tonnen eingelagert. Auch wenn das Frostwetter weiter anhält, könnte man noch bis zu drei Wochen lang ohne Nachschub ausharren. Ähnlich entspannt ist die Lage in Warendorf und Senden.

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